 Freiheit in der geschlossenen Abteilung.
| Autor |
Ned Vizzini |
| Titel |
Eine echt verrückte Story |
| Verlag |
Rockbuch |
| Seiten |
320 |
| Bewertung |
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Craig kann nicht mehr. Er schläft kaum noch, hört Stimmen, kifft sich um den Verstand und bekommt keinen Bissen herunter. Auch seine x-te Therapeutin kann daran nichts ändern. Schuld daran sind die überhöhten Anforderungen an seiner Elite-Highschool, falsche Freunde und diffuse Zukunftsängste, die ihn quälen. „Tentakel“ nennt er seine Sorgen, die ihn davon abhalten, das Leben eines ganz gewöhnlichen New Yorker Teenagers zu führen. „Anker“ sind dagegen die Dinge, an denen er sich festhalten kann, die sich aber mit der Zeit immer mehr auflösen: Phantastische Stadtpläne zeichnen zum Beispiel. Oder das Pinkeln, denn das ist die einzige Verrichtung in seinem Alltag, bei der er nicht nachdenken muss, weil es einfach passiert.
Irgendwann wird es zu viel für ihn. Craig beschließt, nachts aus seinem Elternhaus abzuhauen und von einer Brücke zu springen. Doch bevor er seine Familie verlässt, greift er zu einem Lebenshilfe-Buch seiner besorgten Mutter. Dort findet er die Nummer der Telefonseelsorge. Craig wählt die Nummer und der Mann am anderen Ende der Leitung rät ihm, sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses zu gehen. Dort schickt man ihn wegen Depressionen in die psychiatrische Abteilung, wo Craig es schafft, sich von seinen „Tentakeln“ zu befreien.
Ned Vizzini hat diesen Roman geschrieben, kurz nachdem er selbst ein paar Tage in einer psychiatrischen Abteilung verbracht hat. Herausgekommen ist eine Geschichte voller Witz und liebevoll beobachteter Figuren. Da ist zum Beispiel Craigs ägyptischer Zimmernachbar, der sich seit Jahren weigert, das Bett zu verlassen, ein sexsüchtiger Transsexueller und ein chassidischer Jude, der an den Folgen seines Acid-Konsums leidet. Und da ist natürlich noch das Mädchen, das sich das Gesicht zerschnitt, weil sie nicht mehr so schön sein wollte, das ihr alle Männer hinterher laufen. Sie ist es auch, in die Craig sich verliebt und ihn über die aussichtslose Schwärmerei für die Freundin seines besten Freundes hinwegtröstet.
Während seines Aufenthalts lernt Craig, das Leben leichter zu nehmen und sich zu fragen, worauf es in Freundschaften wirklich ankommt. Er wird offen für das große Los, das er mit seiner liebevollen Familie gezogen hat und begreift, dass eine schlechte Zensur nicht gleich ein zukünftiges Leben als Obdachloser nach sich ziehen muss. Liebenswert ist, dass Craig beinahe jeder Jugendliche sein könnte, denn er hat typische Probleme, die die Freuden der Pubertät mit sich bringen. Seite um Seite spürt man, wie sich sein Stress und sein Druck langsam auflösen und man kann als Leser mit aufatmen. Dieser Effekt, Vizzinis Humor und seine absolute Ehrlichkeit machen das Buch lesenswert.
Fazit: Ein Roman, der das Hirn kurz durcheinanderwirbelt und dann wieder frei pustet.
Linda Wilken
Kommentare
| mampf schrieb am 28.12.2010 um 17:10 Uhr: |
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mampf
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