 Slow Amusement.
| Band |
Turner |
| Ort |
Stadtgarten (Köln) |
| Datum |
14.12.2005 |
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Etwa drei Jahre ist es nun her, dass Paul Kominek alias Turner uns mit A Pack Of Lies beglückte. Dieser schmale Grat irgendwo zwischen Jimmy Eat World und Console ließ vor allem Indie-Herzen höher schlagen. Allerorts sprach man vom Elliott Smith der elektronischen Musik, was nicht gerade die schlechteste Referenz für einen jungen Künstler ist. Seine Musik war introvertiert genug um den Mädchen zu gefallen, die sonst nur Gitarrenmusik hörten und trotzdem extrovertiert genug, um auch den Jungs zu imponieren.
Doch der Erfolg war wohl zu viel für den schüchternen Polen und so führte sein Weg in die Domstadt Köln, wo in inspirierender Einsamkeit ein sehr ungewöhnliches Album namens Slow Abuse entstand. Viele Gedanken habe er sich im Vorfeld der Tour gemacht, erzählt der Künstler vor wenigen Tagen im Stadtgarten (Köln). Er habe sich gefragt, wie und ob eine Umsetzung dieses rhythmisch kargen Albums live überhaupt funktionieren könne. Die Antwort gab Turner in Form eines zirka einstündigen Sets, das sich nahezu ausschließlich aus elektronischen Pianoklängen, rohen Gitarrenakkorden und der zerbrechlichen Gesangsstimme Komineks zusammensetzte.
Das Publikum, in dem sich unter anderem auch Andreas Dorau befand, wartete vergeblich auf einen Ausbruch der minimalistischen Klänge. So fielen leider auch Turners alte Songs dem Gesamtkonzept von Slow Abuse zum Opfer, denn diese erklangen lediglich in einer Art Light-Version. Für die meisten Besucher ging das Konzept trotzdem auf, was sich in einer angenehm andächtigen Stille im Saal entlud. Mir bleibt dann doch eher die Hoffnung auf eine Zukunft mit weniger Musik vom Band, und einer Turner-Live-Band, die der Musik mehr Authentizität verleihen könnte. Dass diese Zeit kommen wird und zwar schon im nächsten Jahr, verkündete Turner in einer seiner vielen verunsicherten und verschüchterten Ansagen.
Marius Bubat
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