 Haben und Nichthaben.
| Band |
Tom Liwa |
| Album |
Eine Liebe ausschließlich |
| Plattenfirma |
Ludwig |
| Bewertung |
 |
|
Nackt sollte alles sein. Nur Stimme und Gitarre. Tom Liwa wollte selbst klingen; ganz ohne Band, hinter der sich das Gesagte verstecken könnte. Das, was gesagt wird, sind schlichte und ewig wahre Dinge. Jemand liebt und verliert und sehnt sich. Diese Platte sei seine persönlichste Platte geworden, behauptet Liwa. Sie entstand innerhalb weniger Monate inmitten einer privat aufwühlenden Zeit. Dennoch singt er über Themen, welche all jene ansprechen, die Romantik nicht nur aus dem Fernsehen kennen. Denn romantisch ist diese Vorstellung allemal: So eine Liebe, die ausschließlich ist.
Nur so schön ausdrücken kann es natürlich nicht jeder. „Der Weg ist verschlungen und steinig, doch das kümmert mich nicht/Denn er führt mich nach Haus, und da kenn ich mich aus/Das Feuer wartet auf mich.“ Sehr schön auch „Wovor hat die Welt am meisten Angst“, einer Art gesungener Biographie mit angerissenen und nostalgischen Erinnerungen Liwas Reisen und Erlebnisse. Lieblingszeilen gibt es diesmal ausnahmsweise keine, alles fügt sich wie selbstverständlich ineinander. Selbst die beiden Coverversionen „Idiot Wind“ von Dylan und „Chasing Cars“ (das Lied aus dieser Arztserie, das Thomas Godoj bei DSDS sang und das man eh heimlich prima fand.) Einzig dem „Traumjungen“ am Ende der Platte merkt man an, dass er außerhalb dieser wenigen Monaten entstand.
Wie schon beim Vorgängeralbum „Komm Jupiter“ wird das Thema Spiritualität weniger explizit angesprochen, einzig in „Gnade“ taucht die alte „Eso-Tante“ (O-Ton Liwa) kurz wieder auf. In dieser Dosis durchaus erträglich und höchst unpeinlich, wie gewohnt. Alles in allem ist „Eine Liebe ausschließlich“ eine Platte, zu der man seinen Liebsten ruhig im Arm halten kann. Oder sich trösten lassen kann, wenn er nicht mehr da ist.
Fazit: Wer Liwa solo liebt, kommt voll auf seine Kosten. Längst in seine Rolle als klassischer und dennoch rastloser Songwriter aufgegangen, singt er über große Lieben und ihre Zerbrechlichkeit.
Linda Wilken
|