 The Art Of Storytelling.
| Band |
The Streets |
| Album |
The Hardest Way To Make An Easy Living |
| Plattenfirma |
WEA |
| Bewertung |
 |
|
Wenn Original Pirate Material der Überraschungserfolg unter den Independent-Produktionen war, dann glich A Grand Don't Come For Free einem kommerziellen Blockbuster, der sich jedoch trotz immenser Popularität nie den Vorwurf des Ausverkaufs gefallen lassen musste. Das letzte Album von The Streets war deshalb so erfolgreich, weil es all das einhielt, was das große Kino immer vergeblich verspricht: Action, Humor, Spannung und vor allem ganz viiiiiiieel Gefühl. Und gottlob ist Mike Skinner immer noch im Besitz dieses leicht naiv dreinblickenden Bambiaugenaufschlags, an dem jede Kritik seines ausschweifenden Lifestyles abprallt. Dies und seine Working-Class-Attitüde gepaart mit der Schlitzohrigkeit eines liebenswerten Kleinkriminellen empfehlen ihn nicht nur als lebenslangen Protagonisten für sämtliche noch ungeschriebene Irvine Welsh-Romane, sondern machen ihn auch noch zum Vorzeige-Geezer einer ganzen Generation bisher wenig beachteter junger Hip Hopper in England.
Nun legt Mike Skinner nach nur zwei Jahren Abstinenz mit The Hardest Way To Make An Easy Living seinen neuesten Streich vor und nimmt den Hörer mit auf eine Reise in das (Promi-)Herz der Finsternis. Es geht um Drogeneskapaden, Besäufnisse und den ganz normalen Tourkoller (Pranging Out) Spielschulden oder Trickdiebereien (Can't Con An Honest John), Sex mit namenlosen Popsternchen (When You Wasn't Famous) und äh… um gefälschtes Merchandise (Fake Street Hats). Überhaupt nimmt der Touralltag einen überaus großen Stellenwert (Hotel Expressionism) auf dem neuen Album ein, was jedoch angesichts der Tatsache, dass Skinner seit rund zwei Jahren ununterbrochen auf Tour ist, kaum verwundert.
Wem der Vorgänger zu konzeptionell angelegt und zwischendurch eine Spur zu dick aufgetragen war, wird an dem abgespeckteren The Hardest Way To Make An Easy Living seine Freude haben. Das neueste Werk ist minimalistischer und direkter ausgefallen und bietet trotz wenig neuer Ansätze jedoch kaum Ausfälle.
Fazit: Mike Skinner empfiehlt sich erneut als eine, in diesem Genre ohnehin viel zu selten vertretene Spezies: die des talentierten Storytellers nämlich.
Katja Peglow
|