JUSTmag - morgen werden wir erwachsen... StartseiteSucheFreundeTeamNewsletterGästebuch
The Pains Of Being Pure At Heart - The Pains Of Being Pure At Heart

Gestohlene Herzen.

Band The Pains Of Being Pure At Heart
Album The Pains Of Being Pure At Heart
Plattenfirma Fortuna Pop / Cargo
Bewertung 9 von 9 Punkten

Doing All The Things That Woudn't Make Your Parents Proud heißt ein Song der New Yorker Newcomer The Pains Of Being Pure At Heart, und das ist doch glatt gelogen. Nicht umsonst bezeichnet sich die Band aus Brooklyn in einem Interview als „Ramones in Anoraks“. Ein weiterer Song hört übrigens auf den Namen Kurt Cobain's Cardigan und damit wären auch die musikalischen Referenzgrößen der Twentysomethings zeitlich mehr als passend abgesteckt.

The Pains Of Being Pure At Heart bewegen sich auf ihrem gleichnamigen Debütalbum gnadenlos geschmackssicher durch die späten 80er und frühen 90er und lassen in nur zehn Songs das oftmals für tot erklärte Shoegaze-Genre wiederaufleben und versetzen damit reihenweise die Kritiker in Verzückung.

Ob es an dem wunderschön-grobkörnigen auf Super 8 gedrehten Videoclip des nicht minder famosen Songs Everything With You liegt? Oder daran, dass die Musiker wie so ziemlich alle guten Bands derzeit aus Brooklyn kommen? Oder hat einfach nur der schrecklich-schöne pathetische Bandnamen Schuld?

Davon bitte übrigens nicht abschrecken lassen! Denn das was die Band in rund 35 Minuten auf ihrem Erstling abliefert, strotzt nur so vor wohldosierter jugendlicher Unbeschwertheit, inklusive einiger melancholischer Momente an den richtigen Stellen. Klar erinnert das streckenweise an The Smiths, My Bloody Valentine oder The Jesus And Mary Chain. Noch dazu klingt Sänger Kip wie ein junger Morrissey (minus das Selbstmitleid) wenn er fragend singt „Are you with me?“ nur um kurz darauf selbst die unbekümmerte Antwort zu geben „I'm with you and there's nothing left to do/ Tell me it's true /… And the stars are crashing through/ I want everything with you!“ Wer sich da nicht wieder wie mit siebzehn fühlt, hat die 80er verpennt.

Und darin liegt auch der entscheidende Unterschied zu all den anderen Shoegaze-Bands. TPOBPAT singen lieber von verliebten Teenagern (A Teenager In Love) als von Teenage Angst. Feiern lieber drinnen als draußen („Come Saturday / Who cares if there's a party somewhere / We're going to stay in“) und wenn schon das Thema Sex fällt dann bitteschön nur im Zusammenhang mit einer Bibliothek (Young Adult Friction).

Fazit: Etwas Besseres als dieses adrett gekleidete Quartett von der amerikanischen Ostküste wird die Indiecrowd dieses Jahr nicht mehr so schnell auf die Ohren bekommen. This Band Is Fucking Right!

Katja Peglow



XML (RSS/RDF)