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Platte des Monats in Ausgabe 12/2005
The Darkness - One Way Ticket To Hell...And Back

Highway To Hell.

Band The Darkness
Album One Way Ticket To Hell...And Back
Plattenfirma Warner Music
Bewertung 4 von 9 Punkten

Diese Platte beginnt genauso vielversprechend wie sie endet — nämlich gar nicht vielversprechend. Nach 3,5 Millionen verkauften Exemplaren des Debüts, einer endlosen Tour und unzähligen Awards, kurz einem riesengroßen Hype, beginnt das neue The Darkness Album mit einem Panflöten-Solo.

Mal ehrlich, von einer Band, die nicht mehr aber auch nicht weniger als ein musikgeschichtliches Zitat darstellt, hätten wir doch irgendwie einen cooleren Einstieg erwartet. The Darkness arbeiten wohl auf ein neues Multikulti-Image hin. So ist die erste Singleauskopplung One Way Ticket gespickt mit orientalischen Harmonien, die die gewohnt hohe Trash-Grenze der Briten bei weitem übersteigt. Eben diese Grenze überschreitet unangefochten auch der Track Hazel Eyes, in dem Justin Hawkins eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie furchteinflößend seine Stimme tatsächlich sein kann.

Auch sonst verliert sich die Platte in einem Berg aus Hard Rock und überflüssigen Sounds, die wohl einer zu großzügig berechneten Studiozeit zuzuschreiben sind. Quantitativ ergibt dieser Exzess rund 35 Minuten Spielzeit und gerade einmal zwei nette Songs: Mit Knockers schreiben The Darkness die erste wirklich geglückte Queen-Hommage und mit Dinner Lady Arms den ersten waschechten Popsong. Bleibt die Frage, was diese Band zur größten Rock-Sensation der letzten Jahre machte? Vermutlich ist es manchmal sehr witzig… Ja, das ist wohl wahr.

Fazit: 15 Euro für ein One Way Ticket in die Hölle? Das scheint doch ein eher schlechtes Angebot zu sein.


Stefan meint: Alles wie gehabt im Spandexhosenland. Weiterhin sind The Darkness die Nightwish des Rocks — jenseits jeder Ironie — und ein handwerklich ordentlich gemachter Griff ins Klo. Gutgelaunt negieren sie die letzten dreißig Jahre Musikgeschichte und werden vermutlich gerade deshalb auch wieder mit „One Way Ticket…“ Drei Komma Fünf Millionen mal gehört werden. (2/9)

Katja meint: Die dreisteste Band der Welt meldet sich mit Panflötensolos und Dudelsäcken im Gepäck zurück um erneut die Rockwelt zu erobern. Irgendwie gut, dass es diese Band gibt, nur hören muss man das ja wirklich nicht allzuoft. (4/9)

Sebastian J. meint: Hölle! Hölle! Hölle Hölle!. In Verbindung mit zwei Flaschen Whiskey und einer Überdosis Humor könnte der Konsum dieser Platte unterhaltsam werden. (4/9)

Marius Bubat


Kommentare



bjoer.n schrieb am 29.12.2005 um 23:31 Uhr:

Ich finde gut, dass Justmag nicht nur Medien rezensiert, die von den Autoren gemocht werden. Ich finde auch gut, dass ein Album das nicht die Hoechstbewertung erhaelt Platte des Montats werden kann. Das zeigt naemlich auch nur wie subjektiv diese Wertungen die uns von der Popkultur-Medienlandschaft vermittelt werden sind.


Denniso schrieb am 01.12.2005 um 15:22 Uhr:

Wann wird denn bei Euch Musik „Platte des Monats“? Ich bin ein wenig verwirrt, da ich es bisher so kannte, dass die beste Platte die des Monats ist. Wie sind eure Kriterien?


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