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Telex - How Do You Dance?

World Of Pixel.

Band Telex
Album How Do You Dance?
Plattenfirma Labels/EMI
Bewertung 7 von 9 Punkten

Wer How Do You Dance? zum ersten Mal hört, sieht sich unweigerlich in die 80er Jahre zurückversetzt. In eine Welt, die nicht mehr als 200 Pixel und 8 Bit zur Verfügung hatte, in eine Welt, die einfach kleiner und gröber erscheint als die Gegenwart. Das tolle an Telex ist, dass sie mit vollem Bewusstsein in dieser Zeit stehen geblieben sind. So kokettiert das belgische Trio auditiv und visuell mit einem scheinbar zurückgebliebenen Zeitgeist und wendet zur Freude des Zuhörers Techniken an, die man ohne weiteres als überholt bezeichnen würde. So überlagern sich Sinusschwingungen mit Störgeräuschen aus einem legendären Moog-Synthesizer, schieben zarte Beatspuren die minimalistischen Verse voran und ein ums andere Mal quält sich ein Basslauf durch diverse Filter, um letztendlich doch die volle Breite zu erreichen.

Dass mittlerweile jeder schlechte Hobby-Komponist mit seinem Computer ähnliche Klänge zustande bringt, stört die drei Belgier gar nicht. Denn schließlich sind sie das Original. Schon Ende der 70er veröffentlichten sie Platte auf Platte einen Mix aus Coverversionen und Eigenkompositionen, der bis heute als prägend gilt für alles was sich Elektro-Pop schimpft. Seit 1986 gehen Telex nun mehr oder weniger getrennte Wege, was laut eigener Aussage allerdings nicht heißt, dass sie sich aufgelöst hätten. „We simply stopped making new records in 1986.“

Der Beweis, der in Form eines vollständigen Albums daher kommt, mag auf den eingefleischten Fan zunächst etwas enttäuschend wirken, hat man es doch größtenteils mit alten Original-Aufnahmen aus den 80ern zu tun, die lediglich noch einmal aufgefrischt wurden. Das spannende an dieser Angelegenheit ist allerdings die Authentizität, die dieses Kunstwerk früher Synthie-Pop Musik ausstrahlt. Neben all den interessanten Klängen haben Telex sogar ein Gesamtkonzept zu bieten. So präsentieren sich die Belgier auf dem Cover, im Video und auf der wunderbaren Homepage selbstverständlich im Pixel-Look, erfinden lustige Puzzle-Spielchen und beweisen in den Liner-Notes sogar, dass sie durchaus selbst-ironisch sein können. Als besten Song ernenne ich im übrigen Move!, aufgrund des grandiosen Textes über ein Pferd, das sich nicht bewegen will. Und natürlich wegen des Wieherns im Song…

Fazit: Telex 2006 macht einfach Spaß. Vor allem wenn man Telex 1986 nicht kannte, weil man noch in den Kindergarten gehen musste.

Marius Bubat



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