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Spillsbury - 2

Kreativpause.

Band Spillsbury
Album 2
Plattenfirma L’Age D’Or/Rough Trade
Bewertung 5 von 9 Punkten

Kaum einer anderen Band ist es jemals gelungen mit nur einem Album unser aller Leben derart radikal in Frage zu stellen. Zoe Meissner und Tobias Asche hetzten uns auf ihrem 2002er Debüt Raus durch zwölf atemlose Songs und ließen mal eben den Punk mit modernen Mitteln wiederauferstehen (damals Electroclash genannt). Von den besonderen Liveauftritten ganz zu schweigen. Dort nämlich fackelten die beiden Anfangzwanziger ein wahres Energiefeuerwerk zum Anfassen ab. Die Energie auf Spillsbury-Konzerten war förmlich spürbar. Sie ließ sich regelrecht in Stücke schneiden und wer wollte nahm sich eins mit, weil sich damit so schön der muffige Alltag überdauern ließ. Die Musik von Spillsbury war laut, kompromisslos, stürmisch und wütend. Musik von Anfangzwanzigern für Anfangzwanziger eben.

Und jetzt das gefürchtete zweite Album also. Fast hätte man sich gewünscht, dass sich die beiden nach Raus aufgelöst hätten, weil mit dem Debüt sowieso alles unmissverständlich gesagt wurde und der Verfasser dieser Rezension jetzt nicht in der Klemme säße für den doch recht mittelmäßigen Nachfolger milde Worte zu Papier bringen zu müssen.

Räumen wir zuerst einmal mit einem großen Missverständnis der Popmusik auf. Diese Mär, die Musikern auferlegt wird, sich ständig neu erfinden zu müssen, ist doch Quatsch. Die einzige, die ein lebendiges Interesse an der Aufrechterhaltung dieses Gerüchts besitzen, ist wahrscheinlich die Presse, damit sie nicht andauernd auf die gleichen Floskeln aus der Vorgängerrezension zurückgreifen muss. Die Leidtragenden sind in diesem Fall dann die Fans (wie ich), die auf dem neuen Spillsbury-Album die Finger nicht von der Skiptaste wegbekommen, angesichts der vielen Balladen, die sich auf 2 eingeschlichen haben. Zugegeben Zwei von vielen ist ein wunderschöner Abgesang auf gescheiterte Beziehungen geworden, aber diesen Rapper auf Nein (auch wenn dieser Denyo heißt) hätte man sich doch nun wirklich schenken können oder?!

Irgendwie klingt 2 bedauerlicherweise so, als wären Spillsbury musikalisch in der Sackgasse angekommen. Bezeichnenderweise fängt das Album auch mit einer (zugegeben sehr guten) B-Seite des Vorgängers an (Eins Zwei Drei), die mehr verspricht als sie letztendlich auf Albumlänge einhält. Immerhin hauen die beiden mit Auf die Plätze am Ende noch einen richtigen Hit raus, bevor sie einem dann mit Common Sense versöhnlich die Hand entgegenstrecken.

Fazit: Weiterentwicklung macht auf 2 nur bedingt Spaß. Hoffen wir, dass die Energie noch nicht endgültig verpufft ist. So lange betrachten wir den Nachfolger als Übergangsplatte und hoffen, dass sich Zoe und Tobi dann mit 3 auf ihre wirklichen Stärken zurückbesinnen werden.

Katja Peglow

Tourdates

08.10.05 D München — Feierwerk
09.10.05 D Augsburg — Musikkantine
10.10.05 CH Zürich — Boschbar @ Kalki (Kalkbreitestrasse 4)
12.10.05 A Wien — Chelsae (+ Decoder)
13.10.05 A Graz — Arcadium (+ Dorfdisco)
14.10.05 A Linz — Posthof
15.10.05 A St. Pölten — Freiraum
17.10.05 D Erlangen — E-Werk
18.10.05 D Siegen — Mayer
19.10.05 D Köln — MTC
20.10.05 D Bielefeld — Kamp
21.10.05 D Bremen — Römer
22.10.05 D Hamburg — Tanzhalle




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