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Sophia - There Are No Goodbyes

April, April.

Band Sophia
Album There Are No Goodbyes
Plattenfirma Cityslang / Universal
Bewertung 7 von 9 Punkten

Vielleicht passt diese Platte wie keine andere in diesen Monat. April heißt der und April heißt auch, dass alles sein kann, was man zulässt. Natürlich gibt es kaum etwas unoriginelleres als Wettermetaphern als Ausdruck eines Seelenzustands zu bemühen. Andererseits: Was ist There Are No Goodbyes denn? Zuallererst eine Popplatte. Wenn man Pop anhand der Geschwindigkeit definiert, wie schnell sich Lieder und deren Refrains in den Alltag integrieren. Beste Beispiele sind hier die erste Single, die scheinbar minutenlang das titelgebende There Are No Goodbyes wiederholt und vor allem auch A Last Dance (To Sad Eyes). Einprägsamer wurde in diesem Jahr noch nicht gesungen.

Was ist There Are No Goodbyes außerdem? Natürlich die Entblößung von Robin Proper Sheppard. Schmerz in jedem Wort aus allen vorstellbaren Gründen, Schmerz, der sich in erster Linie aus dem speist, was Robin Proper Sheppard getan/versäumt ist. Das ist wahlweise das authentische Bekenntnis eines selbstreflektierenden Melancholikers. Oder ein Weltbild, in dem außer dem eigenen Ich nichts existieren kann, weshalb das Ich auch an allem Schuld trägt.

Konsequenterweise lässt sich Sophias Werk in zwei Phasen einteilen. Zu Beginn zwei Alben, die nichts akzeptierten, was auch nur den Hauch einer Hoffnung versprach. Dann mit People Are Like Seasons das Aufbrechen der Strukturen, bezeichnenderweise eingeleitet mit den Worten „I thought I knew you, but I guess I was wrong“. Die absolute Traurigkeit wurde in ein zugängliches System übertragen, was zu seltsamen (und wunderbaren) Verstörungen führte, wie in dem grandiosen Holidays Are Nice. Mittlerweile versteht man das Prinzip Sophia besser und ist dankbar für die Momente, in denen sich Robin Proper Sheppard nicht ausschließlich auf die eigene Innerlichkeit verlässt, sondern wie in Technology Won't Save Us auch Geschichten von außen in das Songwriting einfließen lässt.

So gesehen ist There Are No Goodbyes gleichermaßen Rückschritt wie Stagnation wie möglicherweise Brückenkopf zu einem sechsten Album, welcher die notwendig erscheinende dritte Phase im Schaffen von Sophia einleiten könnte.

Fazit: Dem Überraschungsmoment ist die Erkenntnis gewichen, dass Sophia stilsicher in einem Terrain agieren, welches zu großen Teilen schon erschlossen ist.

Stefan Petermann


Kommentare



konrad schrieb am 20.05.2009 um 14:42 Uhr:

also bitte?! was'n das für ein einstieg in eine rezenzion? da kannste ja direkt auf's wetter anspielen…das geht dann auch ganzjährig.
„im april geht alles was man will“…das hat sophia nun nicht verdient.
was geht denn im april, was im mai nicht ginge, oder oktober, oder dezember? und jetzt komm' mir nicht mit „scherzen“…

shit…gruß
k.


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