 Things have changed.
| Band |
Sohn von Frank |
| Album |
Zwischen Freunden, zwischen Herzen, zwischen uns. |
| Plattenfirma |
None |
| Bewertung |
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Irgendeine Terrasse im Frühling. Ein Mädchen sitzt mit ihrer langjährigen Schulfreundin zusammen und erzählt von früher. Wie das war, als sie noch keinen Führerschein hatten und deshalb jedes Wochenende in irgendwelchen Garagen ihres Dorfes feiern mussten. Als sie zum ersten Mal gemeinsam und ohne ihre Eltern in den Urlaub gefahren sind. Als der Typ, in den sie total verknallt war, auf dem Schützenfest mit einer anderen rumgeknutscht hat. Früher. Und wie sich jetzt alles geändert hat. Die Oma dieses Mädchens sitzt neben den beiden und schält Kartoffeln. Weil sie die Sonne genießen will. Und weil sie neugierig ist natürlich. „Ihr dürftet das Wort früher noch gar nicht in den Mund nehmen.“, sagt sie. „Ihr seid Kinder.“
Dass es heute anders sein kann, davon singt Sohn von Frank. Obwohl er weit entfernt vom Rentenalter ist, hat Chris Radmann sich schon einen ganzen Berg von „früher“ angehäuft, und damit steht er nicht allein. „Ich denke oft an die gute Zeit/ an damals, als wir Träume hatten/ die nicht so real und berechnend waren wie jetzt/ als Pizza Dank der Teenage Mutant Hero Turtles/ zu unserem absoluten Lieblingsessen wurde/(…) und jetzt sind wir Mitte Zwanzig/und jetzt hast du eine private Rentenversicherung.“ (American Pie)
Darum geht es eigentlich auf Zwischen Freunden, zwischen Herzen, zwischen uns. Um das Abschiednehmen von einem bestimmten Lebensabschnitt. Um Wegziehen und Fernbeziehung und das Gefühl, nur noch Gast im eigenen Elternhaus zu sein:„Meine Eltern sind so anders/ und so weit weg/ es ist komisch zuhause zu sein/ die Geräusche sind die selben auch nach vier Jahren/ in jeder Ecke in diesem Haus“ (Mein altes Zimmer). Er spricht damit alle an, die zugunsten eines Jobs, des Studiums oder schlichtweg anderen Veränderungen Dinge hinter sich lassen müssen, aber gerne wehmütig zurückblicken. Und immer wieder Sätze, die man sich am liebsten hinter den Spiegel klemmen möchte: „Ich glaub immer noch an Gott/ und ich hoffe er glaubt an mich/ ich will glauben was ich kann:/ naiv und tapfer sein“ (Es kommt nicht darauf an).
Diese Sätze entschädigen für die etwas eintönigen Melodien, die allein und in Eigenregie aufgenommen wurden. Eine Gitarre und die Bewunderung für Songwriter wie Elliott Smith oder Conor Oberst. Er klingt zwar nicht ganz wie sie, aber er klingt wie jemand, der die Musik und die Menschen liebt, von denen hier erzählt wird. Und das ist schon eine ganze Menge.
Fazit: Ein Ausschnitt aus dem Leben der flexiblen und rastlosen „Generation Praktikum“. Beim Hören ruhig mal feuchte Augen bekommen und hinterher alte Freunde anrufen.
Linda Wilken
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