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She & Him - Volume One

Hollywoodschaukel.

Band She & Him
Album Volume One
Plattenfirma Domino / Indigo
Bewertung 7 von 9 Punkten

Um Volume One angemessen zu würdigen, fehlt mir das dafür eigentlich passende Rezensionswerkzeug. Soll heißen: mit Sonne im Nacken und auf einer gepolsterten Verandaschaukel mitwippend ließe sich das Debütalbum des amerikanischen Country-Popduos She & Him, bestehend aus Zooey Deschanel (Fame of Almost Famous und Weeds) und M. Ward, noch eine Spur besser genießen. Wie gesagt, nur eine Spur. Denn zum Glück überzeugt die Platte sowohl in Sachen Songwriting, als auch in puncto Gesang (mehr als zum Beispiel, sagen wir mal, zuletzt bei einer Scarlett Johansson).

Der Vergleich drängt sich förmlich auf. Gehören doch beide Sängerinnen hauptberuflich zur Young Hollywood-Riege mit Hang zum spleenigen Außenseitertum, der sie sowohl beim Mainstream- als auch beim Indiepublikum gleichermaßen beliebt macht. Da hören die Unterschiede aber auch schon auf. Denn während die eine ein Album voller Tom Waits-Coverversionen aufnimmt, schreibt die andere zehn von zwölf Songs ihres musikalischen Debüts selbst (wenn auch „as a love letter to the musicians who inspired it“) und macht dabei noch nicht einmal eine schlechte Figur. Zu verdanken hat Deschanel dies nicht nur ihrem nicht minder talentierten Mitstreiter und Mitmusiker M. Ward (der dem Projekt die nötige Portion Glaubwürdigkeit verschafft), sondern auch ihrer mehr als nur veritablen Singstimme. This girl can carry a tune!

Weiterer Pluspunkt, der She & Him angenehm von anderen selbstüberschätzenden Celebrity goes Selbstverwirklichungsprojekten abhebt; die erfrischend unzeitgemäße Produktion (viieeeel Slide Gitarre und sonstige nostalgische Vintagesounds), hoffnungslos altmodisches Songwriting (naive Singalongs a la The Ronettes) und kitschige Texte („I don't like you / But I love you“). Dass She & Him sich nicht ganz so bierernst nehmen, wie die Beschreibung es zunächst vermuten lässt, beweist das gewitzte Duo übrigens mit ihrem augenzwinkernden Videoclip zur ersten Single Why Do You Let Me Stay Here. Und wer außerdem die frühen Beatles covert und I Should Have Known Better in eine beschwingte Hula-Version verwandelt, verdient Respekt. Und eine Chance gehört zu werden.

Fazit: Volume Two — bitte schleunigst kommen!

Katja Peglow



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