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Schrottgrenze - Schrottism

„Wenn ich wütend bin, dann sage ich das auch.“

Band Schrottgrenze
Album Schrottism
Plattenfirma Motor Music
Bewertung 6 von 9 Punkten

Im Frühling 2006 füllte das Album „Château Schrottgrenze“ einen Fragebogen für uns aus. Den Nachfolger, „Schrottism“, haben wir zum Exklusiv-Interview gebeten. JUSTmag-Redakteurin Katharina sprach mit ihm über Erwartungen, Vorbilder und darüber, wie es ist, in die Fußstapfen erfolgreicher Geschwister zu treten.

Letztes Jahr habe ich deinen großen Bruder, Château Schrottgrenze kennen gelernt. Ich habe ihn sehr melancholisch in Erinnerung. Du bist da ganz anders, oder?

Ach, mein Bruder ist ein Träumer. Sitzt stundenlang in seinem Zimmer und denkt sich in ferne Länder. Ich gehe halt lieber raus und stürze mich ins Leben. Was da so passiert, macht mich manchmal ganz schön wütend. Und das sage ich dann eben auch (In Verhältnissen dieser Art, Diese Schmerzen). Manchmal bin ich aber schon auch nachdenklicher. Hast du Jesus allein zuhaus und Hinterland nicht gehört?

Doch, ja. Da kommt ein schöner Satz drin vor, „Die Landschaft kann sich selbst nicht leiden“. In Die ewigen Patienten gibt es auch eine interessante Zeile: „Wir befinden uns im freien Verfall“. Das hat mich an die Wortspiele von Wir sind Helden erinnert.
Deine Eltern haben dich „Schrottism“ genannt. Ein Name, der hohe Erwartungen an dich richtet. Wie gehst du damit um?

Davon lasse ich mich erst mal gar nicht beeindrucken. Ich glaube, Eltern wollen bei jedem Kind ein Stück weit, dass es deren Träume lebt. Meistens trifft das ja die Erstgeborenen. In meiner Familie ist das ein bisschen anders. Bei meinen älteren Geschwistern waren meine Eltern ja selbst noch so jung. Die waren zwar Wunschkinder, aber damals war alles noch spontaner und ein bisschen durcheinander. Auf die Bärte, fertig, los!!! und Super. sind richtige Wildfänge. Ich bin ein bisschen verkopfter, ich schreie nicht alles sofort raus. Sondern erst ein bisschen später im Lied (lacht).

Kommst du aus einem intellektuellen Haushalt?

Bei uns zuhause wurde schon immer gerne diskutiert über Kunst, Gesellschaft und diese Dinge. Das prägt natürlich (Kuenstler muss schön sein).

Du bist auch zweisprachig -

Ja, aber ich kann viel mehr Englisch als die anderen (lacht).

Auch wenn sie dich nicht unter Druck setzen, glaubst du, dass du die Erwartungen deiner Eltern erfüllst?

Keine Ahnung. Du triffst doch meinen Vater Alex Tsitsigias nächste Woche, frag ihn selbst.

Werde ich machen. Wie würdest du dich selbst beschreiben, was sind deine Stärken und Schwächen?

Ich kann gut beobachten und Sachen formulieren, die sich wahrscheinlich viele Menschen denken.
Ich habe viel Energie, kann Menschen gut mitreißen, und bin gerne laut. Manche finden das anstrengend. Aber die können sich ja mit Element of Crime treffen.

Wer sind deine Lieblingsmusiker und Vorbilder?

Ich habe zuhause eine Menge mitbekommen und verschiedene Sachen lieben gelernt. Ich liebe Punk, aber auch die großen Gitarrenbands wie Oasis & Co. Gute deutsche Musiker wie Klez_e, Tocotronic oder Peter Licht sind schon Vorbilder für mich, auch wenn meine Eltern möchten, dass ich mein eigenes Ding mache und mich nicht zu sehr beeinflussen lasse. Wenn du jetzt sagst, eine Zeile erinnert dich an Wir sind Helden, weiß ich nicht, ob sie das so gerne hören würden.

Das kann ich sie ja auch mal fragen.

Ja, mach das, und sage ihnen liebe Grüße.

Fazit: Die Eltern dürfen schon stolz sein auf ihr Jüngstes.

Katharina Litschauer

Tourdates

26.10.2007 Leer, Juz
27.10.2007 Bremen, Römer
28.10.2007 Dresden, Groove Station
30.10.2007 Leipzig, Moritzbastei
31.10.2007 A — Wien, Arena
01.11.2007 A — Vöcklamarkt, Premysl
02.11.2007 Sursee, Kulturwerk 118
03.11.2007 München, Backstage
05.11.2007 Konstanz, Kulturladen
06.11.2007 Stuttgart, Schocken
07.11.2007 Frankfurt / Main, Nachtleben
08.11.2007 Siegen, Vortex
09.11.2007 Köln, Underground
10.11.2007 Lingen, Alter Schlachthof
15.11.2007 Osnabrück, Kleine Freiheit
16.11.2007 Hannover, Béi Chéz Heinz
17.11.2007 Berlin, Knaack
18.11.2007 Hamburg, Knust




Kommentare



Sebastian schrieb am 20.10.2007 um 14:55 Uhr:

Sehr schöne Kritik. Gute Idee.
Bin auch schon sehr gespannt, war aber irgendwie vom Vorgänger entäuscht.


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