 Night Of The Dancing Flame.
| Band |
Roisin Murphy |
| Ort |
Kantine (Köln) |
| Datum |
19.11.2005 |
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Die Kantine liegt soweit außerhalb von Köln, dass ein eigens für das Venue zuständiger Transporter die Besucher von der U-Bahnhaltestelle zum abgelegenen Veranstaltungsort chauffieren muss. Die Befürchtung meinerseits während der Fahrt, dass Roisin Murphy den Weg dorthin nicht findet (das Konzert wurde kurzfristig vom recht großen E-Werk in die recht kleine Kantine verlegt), bewahrheitet sich glücklicherweise nicht. Im Gegenteil, das Konzert läuft schon auf vollen Touren, als ich leicht verspätet eintreffe und von einem begeisterten Besucher erfahre, dass die Grand Dame des Elektropops schon bereits einen Kostümwechsel hinter sich gebracht hat.
Viele weitere sollten zum Glück noch folgen, die einige ältere Herren in der ersten Reihe leider zu peinlichen „Ausziehen“-Rufen animierten. Was soll's. Roisin Murphy ist viel zu sehr Frau und professionelle Berufsmusikerin, als dass sie sich dadurch aus ihrem wohlgefeilten Konzept bringen lassen würde. Trotz der siebenköpfigen Big Band im Rücken gab es jedoch nur einen Star an diesem Abend und der war blendend aufgelegt. Mit jeder noch so kleinen Geste bewies die ehemalige(?) Frontfrau von Moloko, dass sie das Publikum nicht nur in ihren Bann zu ziehen wusste, sondern es auch fest in ihrer Hand hielt, solange sie wollte. Stilsicher spielte sie sich mit ihrer hervorragenden Backing Band durch ein extrem jazzlastiges Set, dass, sehr zum Bedauern einiger angereister Moloko-Fans, ausschließlich aus Songs ihres diesjährigen Solodebüts bestand. Umso erfreulicher aber, dass dies der ausgezeichneten Stimmung im Saal keinen Abbruch tat und jede ihrer eleganten Tanzeinlagen und jeder Kostümwechsel frenetisch bejubelt wurde.
Insgesamt erinnerte die gesamte Darbietung auf der Bühne an alte Varieté-Shows und so verwunderte es kaum, dass nach Abschluss des Konzerts der Star höchstpersönlich noch am Merchandising-Stand Programmhefte signierte. Ohne Zweifel war Roisin Murphy live in jeder Sekunde nicht nur optisch, sondern vor allem auch musikalisch eine Wohltat für Augen und Ohren. Schön, dass es noch Konzerte mit richtigem Eventcharakter gibt.
Katja Peglow
Bilder-Galerie
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