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Annie - Anniemal

Sugababe.

Band Annie
Album Anniemal
Plattenfirma Warner
Bewertung 6 von 9 Punkten

Was soll man von einer Platte halten, die in der Biographie der hier zu rezensierenden Künstlerin als as commercial as a blockbuster beworben wird? Und deren Single in eine Liga mit Britney Spears' Oops I Did It Again und Can't Get You Out Of My Head von Kylie Minogue gerückt wird? Anniemal genau aus diesen Gründen gut finden und es vermutlich immer und immer wieder hören, denn das Debütalbum der hübschen Norwegerin Annie Lilia Berge Strand versucht erst gar nicht die Indiefraktion zu bedienen, sondern schielt zu den ganz Großen: Kylie, Britney, Madonna. Im Elektropop-Gewand versteht sich. Letztgenannter wird sogar mit dem Stück The Greatest Hit gehuldigt, das auf einem Loop des alten Madonna-Hits Everybody basiert.

Wem das alles zu cheesy klingt, kann sich ja einfach die für die Produktion verantwortlichen Namen auf der Zunge zergehen lassen, die sich auf Anniemal einen heißen Wettstreit liefern. Ihre guten Freunde Timo von den Op:l Bastards und Röyksopp schliffen den Songs so lange alle Ecken und Kanten ab, bis sie nach den drei großen Buchstaben klangen. Das Rennen um den Hit-Anwärter des Albums macht aber ein anderer. Richard X schuf mit Chewing Gum förmlich einen Meilenstein des Bubblegum-Pop. Ebenfalls groß: die hierzulande erste Singleauskopplung, das clubbige Heartbeat und das unterkühlte Always Too Late, in dem Annie die Rolle der coolen R'n'B Diva mimt und beteuert: „I Don't Wanna Be No Primadonna“. Glaubt man ihr doch sowieso sofort auf's Wort. Man werfe nur einen Blick in das Booklet. Annie im weißen T-Shirt und verwaschenem Jeansjäckchen. Reizend statt aufreizend. Annie ist quasi die neue norwegische Kylie Minogue ohne das weiße Wasserfallauschnittkleid. Eine mit der man durch die Clubs ziehen kann und die hinterher Songs wie das sentimental-anrührende My Best Friend für einen schreibt. Schon verstanden, Annie ist für alle da. Egal ob für die Charts oder die Indiejünger, den Dancefloor oder die heimischen vier Wände, für drinnen oder draußen: „If We're All Come Together / This Is Gonna Last Forever“.

Fazit: Das hier ist zwar nicht für die Ewigkeit, aber für den Moment — und der wurde schon lange nicht mehr so schön wie hier auf dem Debüt von Annie zelebriert.

Katja Peglow



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