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Madonna - Confessions On A Dancefloor

Unentschuldbare Tanzmusik.

Band Madonna
Album Confessions On A Dancefloor
Plattenfirma Warner
Bewertung 7 von 9 Punkten

Über die Queen Of Pop ist bekanntlich viel geschrieben und gesagt worden. Was viele Künstler für sich so gerne in Anspruch nehmen, die Massen zu polarisieren nämlich, wird bei Madonna Album für Album mühelos eingehalten. Egal ob geliebt oder gehasst — zu Madonna hat einfach jeder eine Meinung. Wo gibt es so etwas heutzutage noch? Fakt ist: Madonna ist der letzte weiblichen Superstar, den das Popgeschäft in dieser Tragweite noch zu bieten hat und der es generationsübergreifend schafft, Platten abzusetzen. Zugegeben, ihr kalkulierter Skandal auf ihrem letzten Album American Life ging (kommerziell gesehen) ziemlich in die Hose, dafür beschert er uns aber ein umso besseres neues Werk der Pop-Ikone, auf dem Maddie Läuterung Läuterung sein lässt und sich wieder auf ihre Stärken zurückbesinnt, die sie offensichtlich schnurstracks zurück in die Disco führen. Für viele mit Sicherheit eine Überraschung, schließlich schienen mit dem teils uninspirierten Vorgänger alle elektronischen Pfade genügend ausgelotet worden zu sein. Es muss Madonna in Anbetracht dessen viel Mut gekostet haben an ihrem Future-Disco-Konzept festzuhalten — schließlich sitzt Superstars bekanntlich wie kaum einer anderen Gattung unter den Popstars der Zeitgeist besonders fies im Nacken.

Trotzdem ist Confessions On A Dancefloor ein lupenreines Disco-Album ohne Anbiederung an die R'n'B-lastigen US-Charts geworden. Und um es direkt vorweg zu nehmen: Eine äußerst erfreuliche Angelegenheit ist es zudem auch noch, wofür größtenteils mit Sicherheit Madonnas ausgezeichnetem Co-Produzenten Stuart Price (Les Rythmes Digitales, Zoot Woman) Ehre gebührt. Bereits die von ihm kongenial in Szene gesetzte erste Single Hung Up besticht nicht nur durch das dominante Abba-Sample (Gimme Gimme Gimme) sondern auch durch Madonnas neue Tanzfröhlichkeit, die das kühle Music ein wenig missen ließ. „Time goes by/ So slowly“ konstatiert die 47-jährige absurderweise gebetsmühlenhaft in dem Song und schiebt ein lakonisches „I don't know what to do“ hinterher und lässt damit so manche Konkurrentin alt gegen sie aussehen.

Es geht um den Moment, puren Hedonismus, um Madonnas eigene Hommage an ihre Wurzeln als naives Disco-Girl, als sie noch netzbehandschuht Get Into The Groove trällerte. Konsequenterweise findet sich auf dem Album dann auch keine einzige Ballade, gehen die zwölf clubtauglichen Stücke fließend ineinander über, klingen mal nach French House oder klassischem Dance.

Fazit: Auf Confessions On A Dancefloor erfindet sich die Queen of Pop mit Sicherheit nicht neu. Selten klang Musik aus dem „Herzen des Mainstreams“ (Spex) jedoch erfrischender. Hier geht es nicht um Legendenbildung, hier geht es schlichtweg um ein gutes und eingängiges Popalbum und das hat Madonna mit ihrer wer weiß wievielten Platte erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mythos gerettet.

Katja Peglow




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