 Still Amazing.
| Band |
Ratatat |
| Ort |
Werkstatt (Köln) |
| Datum |
05.12.2008 |
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Gerade einmal vier Monate sind vergangen seit Evan Mast und Mike Stroud das viel zu kleine Kölner MTC mit ihrem druckvollen Indietronic-Set in Verzückung versetzten. In der Zwischenzeit ist nicht nur der Winter ins Land gezogen, auch die Anhängerschaft der New Yorker Instrumental-Tüftler mit dem sperrigen Namen Ratatat dürfte sich beim Anblick der mehr als gut gefüllten Werkstatt deutlich vergrößert haben. Ja, in Anbetracht der ersten, mit Begeisterung mitwippenden Reihen möchte ich mich sogar zu dem Statement hinreißen lassen, dass sich sogar der ein oder andere echte Fan unter das Publikum gemischt hat.
Verdient hätte es sich das extrem spielfreudige (oder: extrem betrunkene) Duo aus Brooklyn nach drei in Europa zwar weniger beachteten, jedoch nicht minder guten Albumveröffentlichungen, diesen Erfolg auf jeden Fall. Mast und Stroud, die sich vor allem durch exzellente Remix-Auftragsarbeiten für u.a. The Knife oder Björk auch außerhalb von Musiknerdkreisen einen Namen machen konnten, verbringen schließlich den überwiegenden Teil des Jahres on the road. Dass die Setlitst bei so viel Eigenmaterial dann doch so ziemlich exakt dieselbe wie beim letzten Mal geblieben ist, verwundert dann doch ein wenig, tut der guten Stimmung in der Werkstatt jedoch keinen Abbruch. Immerhin muss so niemand auf Hits wie Wildcat, Seventeen Years, Lex oder Mirando verzichten. Dafür allerdings auf den zappeligen Afro-Tourkeyboarder vom letzten Mal, der aus nicht näher bekannten Gründen zuhause bleiben musste.
Ansonsten bleibt alles beim Alten. Mast und Stroud geben auf der Bühne erneut die wortkargen Sound-Tüftler und lassen — wie sollte es als Instrumental-Band auch anders sein? — die Musik für sich sprechen. Und die ist gut. So gut, dass man auch bereitwillig über das etwas zu statische Bühnenbild des Duos hinwegsieht und sich lieber in den kruden Pink Floyd-artigen Live-Visuals auf der Bühne verliert. Oder in dem derben Gitarrenspiel Strouds, der augenscheinlich immer noch sichtlich Gefallen an seinen Jimi Hendrix-Posen findet und das gesamte Konzert über im Headbanger-Modus verbringt. Frohes Erwachen am nächsten Morgen, Jungs!
Katja Peglow
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