 Pump Up The Volume.
| Band |
Queens Of The Stone Age |
| Album |
Era Vulgaris |
| Plattenfirma |
Interscope Records / Universal |
| Bewertung |
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Dieses Album hat meine geliebten Boxen auf dem Gewissen. Die Sau. Dabei war der Lautstärkeregler nicht einmal so sehr aufgedreht. Da ist die Realität mal ganz lustig gewesen. Welcher anderen Band hätte man ein solches Kunststück denn sonst zugetraut, als den hyperaktiven Rumpelrockern von QOTSA? Nur der tote Gott weiß, wie sie das angestellt haben. Auf einmal war jedenfalls Stille und da Stille Einsamkeit bedeutet und eine Rezension fällig wird, mußten die Kopfhörer als Ersatz dran glauben.
Doch auch über Kopfhörer entfaltet die Band um Josh Homme die volle Wucht. Mehr denn je vernachlässigen sie Harmonien und rocken sich ohne Kompromisse durch elf überaus eigenwillige Stücke. Der Opener Turning On The Screw ist ein Paradebeispiel der QOTSA-Kunst. Da wird ein schlichtes Riff auf Reisen geschickt und kämpft sich tapfer durch den verschwitzten Song, während das Tempo nach Belieben verändert wird und das Schlagzeug klingt, als wenn man Joey Castillo mit den Drums in eine Schuhschachtel gesteckt hätte. Wenn's den Musikern langweilig wird, blasen sie wie bei Sick, Sick, Sick (mit Julian Casablancas als Gast) zum Angriff und sind dann uneinholbar. Der beste Song ist jedoch das lässige Make It With Chu, das an die guten alten Soundgarden erinnert. Das zieht sofort. Der Rest braucht seine Zeit. In einigen Fällen muss der Hörer auch nach mehreren Durchgängen resignieren. Die Mittelklassigkeit einiger Songs wird jedoch zum Teil von der grandiosen Produktion aufgewogen.
Alles in allem sind die Queens auf Era Vulgaris wie der große Typ in seinem fetten Geländewagen, der eine Truckermütze trägt und eine nackige Schönheit auf dem muskelbepackten Oberarm tätowiert hat: Meist reicht es ihm, wenn er vor sich hin grunzt und durch die Gegend rast. Und wenn er mal den ganz großen Spaß haben will, tritt er erst richtig auf's abgenutzte Gaspedal, läßt diesem verweichlichten metrosexuellen Scheiß hinter sich, hebt den Mittelfinger in den Rückspiegel und wiederholt laut lachend die Worte „Eat My Dust!“.
Fazit: Klingt natürlich platt. Ist jedoch beim Sex oftmals so ähnlich. Und Sex ist gut. Stimmt's? Ja, also.
Sebastian Jegorow
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