 Pro und Contra: Hausschuhe.
Sind Hausschuhe noch tragbar?
Pro
Es ist doch immer wieder schön. Da kommt man nach einem viel zu langen Arbeitstag nach Hause und will nur noch raus aus diesen verfluchten Lederschuhen, die eine Nummer zu klein sind. Und da warten sie dann auf einen, diese bequemen Hausschuhe (vulgo: Pantoffeln), in einer äußerst fragwürdigen Form- und Farbgebung zwar, aber so bequem wie Südseestrandsand. Endlich zuhause, endlich hässliche Schuhe tragen und sich gut dabei fühlen. Eigentlich ist es ja sogar so: Coole Schuhe kann jeder tragen, Hausschuhe nur Menschen mit ungewöhnlichem Selbstbewusstsein.
Und dann sind da diese Erinnerungen an früher, als Hausschuhe noch Pflicht waren. „Kind, du holst dir noch den Tod“, sagte die Mutter, wenn man mal wieder auf Socken auf den Fliesen herumrutschte. Melancholische Gedanken an eine Zeit, als die Welt noch vom Reihenhaus bis zur Schule reichte und das Gute immer gewann. Okay, hier ist der überzeugendste Grund, nicht auf Hausschuhe zu verzichten: Wenn jemand nervt und zwar so richtig, weil er beim Krimi ablenkende Zwischenfragen stellt oder beim Essen schmatzt, dann kann man ihn mit der bewährten Birkenstock-Sandale richtig schön eine überziehen. Mit Socken funktioniert das nicht.
Contra
Neulich, auf einer Geburtstagsfeier. Sie trifft ihn und ist begeistert. Schöne Augen, nettes Lächeln, cooles T-Shirt, eine bemerkenswert gut sitzende Jeans. Doch dann fällt ihr Blick auf seine Füße und plötzlich ist der ganze Sexappeal beim Teufel. Denn er trägt Hausschuhe. Nicht etwa harmlose Stoffschlappen, wie sie oft auf Parties verteilt werden, sondern zwei sandalenförmige hellbraune Irrtümer, in denen selbst Brad Pitt lächerlich aussehen würde. Der jedoch würde so etwas wohl kaum anziehen, denn Menschen mit Stil wissen: Nur kleine Kinder und Großeltern tragen Pantoffeln und dürfen das auch. Dementsprechend die unvermeidlichen Assoziationen, die dieses Schuhwerk beim Betrachter auslöst: hausbacken, kindlich, anti-erotisch. Schlimm genug, dass manche Schüler mit Hausschuh-Pflicht gequält werden, aber so etwas freiwillig tragen? Man könnte getrost das übrige Styling auch weglassen, und unfrisiert mit einem alten Hemd und ausgetragenen Jogginghosen herumlaufen, es würde keinen nennenswerten Unterschied machen.
Egal wie bequem oder praktisch Hausschuhe sein mögen, es gibt kein Kleidungsstück, das so abtörnend wirkt wie Pantoffeln. Dagegen kann auch Attraktivität und Selbstbewußtsein nicht ankommen. Wer daran zweifelt, der stelle sich jetzt mit Hausschuhen vor den Spiegel und versuche, sexy auszusehen. Weitere Worte erübrigen sich wohl.
Sebastian Dalkowski / Katharina Litschauer
Kommentare
| Wolfi schrieb am 25.02.2006 um 12:31 Uhr: |
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Das stellt sich mir nur noch die Frage, was schlimmer ist: In Hausschuhen oder löchrigen Socken rumlaufen?? Optisch ist beides nicht sonderlich erbaulich, löchrige Socken haben geruchlich vielleicht den Vorteil, über die bessere Belüftung zu verfügen…
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| badbat schrieb am 02.02.2006 um 16:15 Uhr: |
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Mal wieder schön geschrieben, man kommt ins schmunzeln und grübeln. Ich bin dann aber doch eher Pro als Contra, wobei da ja auch 2 Paar Schuhe verglichen werden. Beim Pro ist es das nach Hause kommen und glücklich sein, rein in die alte ausgetragene Jogginghose und die Pantoffeln und ab in den Lieblingssessel, zum wohlfühlen und abschalten ideal.
Beim Contra dann der Kontrast, viele Menschen um sich rum, es ist Party angesagt. Hier muss ich sagen das wenn diese bei mir stattfindet, ich mich auch meiner Schlappen nicht zu erwehren brauche wie sexy andere mich damit finden ist ned mein Prob, wer sich an sowas aufregt ist eh kleinkariert. Woanders hingegen die Dinger mitzuschleppen oder gar fremde zu tragen geht gar nicht, das erste ist übertrieben und beim zweiten Punkt ist der Wohlfühlfaktor = 0
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