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Ayn Carrillo-Gailey  - Pornology

Porn And The City.

Autor Ayn Carrillo-Gailey
Titel Pornology
Verlag Rogner & Bernhard
Seiten 343
Bewertung 6 von 9 Punkten

Die in Los Angeles wohnhafte Kolumnistin Ayn Carrillo-Gailey ist eine leidenschaftliche Verfasserin von To-do-Listen. Auf ihrer letzten tummelten sich folgende zu erledigende Dinge:

  1. Erotische Literatur lesen
  2. Besuch in einem Stripclub
  3. In einen Sexshop gehen
  4. Vibrator ausprobieren
  5. Einen Pornostar treffen […]

Ayn Carrillo-Gailey hat ein Buch über das Abarbeiten dieser Liste geschrieben, es Pornology getauft und es ihrer Mutter gewidmet. Was zunächst wie ein ausgeufertes Skript für eine Folge von Sex and the City klingt, ist schnell erklärt: Als die Autorin (zufällig nebenberuflich auch als Drehbuchautorin tätig) auf die Pornosammlung ihres damaligen (durchaus gebildeten) Freundes stößt, ist sie — ganz das gut erzogene Mädchen — schockiert. Fortan stürzt sie sich mit Feuereifer in die Aufgabe der Bewältigung ihrer Pornophobie im Alltag und tritt dabei sehr zur Belustigung der Leser und ihrer Freundinnen (The Naughty Knitters) in so manches Fettnäpfchen.

Klar ist das streckenweise ziemlich überzogen. Zum Beispiel, dass die versauten Stricklieseln, also die Naughty Knitters, sämtliche Klischees erfüllen, die man sich als Drehbuchautorin selber nicht besser hätte ausdenken können. Und auch die ein oder andere Sexpanne wirkt doch arg konstruiert, genauso wie das sehr versöhnliche bis kitschige Ende… Aber es soll ja Leute geben, die so was mögen. Trotz kleinerer dramaturgischer Schwächen also: Der Untertitel hält allemal was er verspricht: Ein braves Mädchen erkundet die abenteuerliche Welt der Strip-Clubs, Pornokinos, Freudenhäuser und Männermagazine.

Auf ihrer Website beschreibt sich Ayn Carrillo-Gailey als „well-educated, open minded, serious […] and certainly not obsessed with sex.“ Dennoch hat sie in Pornology eine zum Teil recht abenteuerliche Entdeckungsreise in das Reich der Pornografie unternommen. Herausgekommen ist ein gut recherchierter Pornoführer für anständige Mädchen, geschrieben von einer Harvard-Absolventin mit zwei Masterabschlüssen. Einziges Manko: der irreführende Titel des Buchs drängt das Werk in die Sach- oder in die Ratgeberliteratur. Stimmt natürlich nicht. Pornology ist in Wirklichkeit ein mit vielen Fakten gefütterter höchst amüsanter Erfahrungsbericht in Romanform, der mit vielen Vorurteilen in Bezug auf Frauen und Pornografie aufräumt. Und das ist doch schon mal was.

Fazit: Literatur aus dem Post-Sex-and-the-City-Zeitalter. Extrem unterhaltsam geschrieben.

Katja Peglow



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