JUSTmag - morgen werden wir erwachsen... StartseiteSucheFreundeTeamNewsletterGästebuch
Patrick Wolf - The Bachelor

Road Warrior.

Band Patrick Wolf
Album The Bachelor
Plattenfirma Bloody Chamber Music
Bewertung 6 von 9 Punkten

Der wie zum Karrierebeginn erblondete Haarschopf plus die zu erwartende Abkehr von der Major-Plattenfirma. Sieht ganz so aus, als würde Patrick Wolf mit der Veröffentlichung seines vierten Albums The Bachelor auf seinem eigens dafür gegründeten Indielabel Bloody Chamber Music zu seinen Wurzeln zurückkehren. Schade, dass der Funke trotzdem nicht mehr ganz so wie noch zu Zeiten von Lycanthropy überspringen will.

Das könnte zum Beispiel an dem etwas zu selbstverliebten S&M/Bondage-Video zu Vultures (Patrick Wolfs Antwort auf Madonnas Erotica?) liegen. Oder an den etwas arg strapazierten World Of Warcraft-Referenzen, die das ganze Album durchziehen und auf dem selbst Songs so heißen wie Charaktere aus dem Online-Rollenspiel (Theseus, Damaris). Und sieht auch Patrick auf dem Albumcover nicht ein wenig wie ein Avatar seiner selbst aus? Und schon erwähnt, dass das Album ursprünglich Battle heißen sollte und das Intro passenderweise auf den Namen Kriegspiel hört? Dabei steht Patrick doch mehr Disco und weniger Kriegsmetaphorik viel besser zu Gesicht! Man nehme nur das gelungene Video zu Hard Times. Patricks schreiend bunte Verbeugung vor zwei seiner größten Idole: Elvis und Klaus Nomi.

Der Rest ist leider nicht immer so schön ausbalanciert, wie die ohnehin viel gelungenere zweite Singleauskopplung. Viele nette Einfälle, die im Verlauf aber manchmal unangenehm aufstoßen und den Song eher erdrücken (Who Will?) Überhaupt treibt der Gute sein pathetisches Songwriting manchmal auf die Spitze…

Dabei legt der unbestritten talentierte Ausnahmekünstler mit seinem via Bandstocks finanzierten neuen Meisterstreich ein ambitioniertes Konzept vor. Das eigentlich als Doppelalbum anvisierte Opus Magnum wurde im Vorfeld glücklicherweise in zwei Hälften gesplittet, wovon mit dem aktuell vorliegendem The Bachelor Patricks exzessive Junggesellen-Phase dokumentiert wird (wofür exemplarisch die kontroverse erste Singleauskopplung Vultures steht). Wohingegen der ebenfalls von seinen Fans mitfinanzierte Nachfolger The Conquerer vermutlich seine ausgeglichene und zufriedene Seite verkörpert. Man darf gespannt sein, was da noch kommt. An Ideen mangelt es dem Junggesellen ja offensichtlich nicht.

Fazit: Ein gutes Album, aber längst nicht so überragend wie die Vorgänger.

Katja Peglow

Tourdates

19.07. Ferropolis — MELT!
13.08. Köln — Opernterrassen c/o pop
14.08. Hamburg — Dockville
23.08. Erfurt — Highfield



XML (RSS/RDF)