 Oben mit dem König.
| Band |
Olli Schulz und Davey von Bohlen. |
| Ort |
Gleis 22 (Münster) |
| Datum |
06.04.2006 |
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Wer zu spät kam, war selbst schuld. Schon früh waren die Plätze in den vorderen Reihen besetzt, selten sah man so viele gutaussehende Indie-Menschen auf so engem Raum. Kein Wunder: Olli Schulz und Davey von Bohlen waren gekommen. Olli Schulz war schon oft hier, trotzdem mal wieder alles ausverkauft.
Und das, obwohl beide allein angereist waren. Olli Schulz ohne Max Martin Schröder und Davey von Bohlen ohne seine Band Maritime. Von Bohlen, der mit 19 Jahren das erste Mal in Münsters Tryptychon musizierte, hielt den deutschen Club mit seiner Lichtshow damals für den angsteinflößendsten Ort der Welt. Doch hier im Gleis 22 seien die Menschen freundlich und die Decken niedrig. „It makes me feel taller.“ scherzt von Bohlen mit Anspielung auf seine im Vergleich zu Olli Schulz eher kleinen Körpergröße.
Dieser war auch wie gewohnt gut aufgelegt und hatte viele neue Songs im Gepäck. „Ich hab jetzt für mein drittes Album 20 Lieder geschrieben, es können aber nur 12 drauf. Ich teste auf solchen Konzerten immer gerne, welche am besten ankommen. Darum spiel ich jetzt einfach mal alle 20.“ Alle hat er letztendlich doch nicht gespielt und so schön die neuen Songs auch waren, freute man sich auch über alte Bekannte wie Unten mit dem King, Rock´n Roll Lifestyle oder Und dann schlägt dein Herz.
Dazwischen viele kleine und große Geschichten. Viele neu, andere altbekannt. „Kennt ihr schon meine Splatterfilm- Geschichte?“ „Jaaa.“ „Macht nix, ich erzähl sie trotzdem.“ Und es machte wirklich nichts. Über gut Erzähltes kann man auch zweimal lachen. Und es wurde sehr viel gelacht an diesem Abend. Und so wechselten sich die beiden immer wieder ab. Hatte man sich die Lachtränen gerade weggewischt, wurden die Augen bei Davey von Bohlen wieder feucht. Diesmal aber aus anderen Gründen.
Zum Schluss das große Finale: Davey und Olli zu zweit am Mikrophon. „It´s like Bono and Bruce Springsteen are singing We are the world“, befindet Olli Schulz. Und besser als mit diesen Superstars hätte man sich heute auch nicht gefühlt. Viel gehört, gelacht, geträumt. Danke.
Linda Wilken
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