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Der Hype ist vorbei.

Der Hype ist vorbei.

Kaum verliebt, schon wieder ernüchtert.

Aus der Serie (No) Sex In The City:

nächsten Tag gehe ich einkaufen. Ich schiebe den Einkaufswagen in die Gemüseabteilung und greife nach ein paar Tomaten. Als ich mich wieder umdrehe, steht eine Frau neben mir. Sie sagt „Hallo“, schiebt eine Strähne hinters Ohr und lächelt ein bisschen erwartungsvoll.
Ich denke: „Ich bin dieser Frau nie begegnet.“
Ich sage: „Hallo“ und gehe weiter.
Die Gemüseabteilung ist ein Bahnsteig und mein Einkaufswagen ein Zug, der sich in Bewegung setzt.

sitze ich am nächsten Tag in ihrer Küche. Zwischen uns ist ein Tisch und die Luftlinie beträgt 10000 Kilometer. Sie schiebt eine Strähne hinters Ohr und lächelt ein wenig erwartungsvoll. Ich fühle nichts. Sie drückt ihre Zigarette aus und beginnt Wörter zu Sätzen zu verbinden, die erfrieren, bevor sie mich erreichen.
„Was ist mit dir los?“ fragt sie.
„Gestern hast du noch gelacht“, sagt sie.
Und dann: „Lass uns morgen telefonieren.“
Ich sehe sie für zwei Sekunden an. Ich schweige. Dann hallen meine Schritte im Treppenhaus. Am

bin ich aufgestanden, wähle ich ihre Nummer. Wir verabreden uns abends fürs Kino und sind beide aufgeregt, als wir nebeneinander sitzen. Da passt nichts mehr zwischen. Nach dem Film sitzen wir auf einer Bank und warten auf die Straßenbahn. Sie schiebt eine Strähne hinters Ohr und lächelt ein bisschen erwartungsvoll. Natürlich! Macht sie das eigentlich beruflich? Sie lehnt sich an mich. Als wir vor ihrem Haus stehen, fragt sie, ob ich noch mit hoch kommen wolle.
Ich sage: „Nein, aber wir können uns ja morgen sehen.“
Sie nickt kaum sichtbar. Also

Sie kennt auch niemanden auf der Party.
„Aber man trifft ja immer jemand nettes“, sagt sie.
Sie schiebt sich eine Strähne hinters Ohr und lächelt ein bisschen erwartungsvoll. In diesem Moment sagt etwas in mir: „Der Hauptgewinn steht zehn Zentimeter vor dir… und jetzt noch fünf.“
Wir reden über unbedeutende Dinge, damit sie in meiner Nähe bleibt und sie weiß das ganz sicher. Ich komme sehr nahe, die Musik ist schließlich laut genug, um einen unverfänglichen Grund vortäuschen zu können. Manchmal berühren wir uns so zufällig wie möglich und dann zucke ich zusammen. In meinem Bauch ist ein Zitronenbrausepulverbergwerk. Als ich sie nach hause bringe, enden meine Sätze auf „…was ganz besonderes“, „… ganzen Abend aufgefallen bist?“ und „… wie der Sonnenaufgang.“
Vor ihrer Haustür umarme ich sie, bis das Signal angekommen ist. Sie schreibt ihre Nummer auf meinen Handrücken.
„Ich rufe dich gleich morgen an“, sage ich und gehe nach hause. Die letzten hundert Meter renne ich. Kaum

Sebastian Dalkowski


Kommentare



marcus schrieb am 28.02.2006 um 00:12 Uhr:

Die Betonung liegt wohl auf 'ein wenig'. Wir wollen doch auch nicht übertreiben…


Krisse schrieb am 19.02.2006 um 09:14 Uhr:

Also ich finde die Idee gut. Wenn man jeden Text einfach lesen könnte, ohne sich wirklich damit beschäftigen zu müssen wäre es doch arg langweilig und hier muss man einfach ein wenig seine grauen Zellen auf Trab bringen um zwischen den Zeilen lesen zu können.

Klasse gemacht.
In diesem Sinne: Mehr Mut zu neuem!

MfG Krisse


Magdalena schrieb am 17.02.2006 um 23:42 Uhr:

@Martina: das liegt wohl daran, dass Lob seltener ausgesprochen wird als Kritik. Langweilige Texte nach dem Schema 0815 gibt es ja mehr als genug. Und nebenbei bemerkt liest sich dein Kommentar ungewollt viel schwieriger als der Artikel.


Leo schrieb am 17.02.2006 um 17:07 Uhr:

Ich find das gar nicht mal so schlecht! Ein Anti-Happy-End. Kann ich sympathisch finden. Man muss ja zum Glück nicht die einzelnen Wörter rückwärts lesen…


Martina schrieb am 09.02.2006 um 23:50 Uhr:

Hey Sebstian, dann lass es echt lieber, denn wie du siehst mag es kommentieren das hier nur Leute, die dein Experiment nicht mögen…also, die Mehrzahl scheints nicht zu mögen, nicht nur nicht jeder…aber egal. Immerhin, dass Hochgefühl der Liebe…immerhin…


Sesi schrieb am 02.02.2006 um 22:36 Uhr:

ach, das checkt doch keiner, das siehst du doch


Sebastian schrieb am 02.02.2006 um 12:27 Uhr:

Ja, es war ein Experiment und die ausgelassen Stellen/abgebrochenen Sätze usw. sind gewollt und ja, mir war auch klar, dass das vielleicht nicht jeder mag. Ich habe auch nicht vor, dass jedes Mal zu machen.

Ich habe diese Sache aber deshalb rückwärts erzählt, damit sie mit dem Hochgefühl des Verliebtseins endet.


Martina schrieb am 01.02.2006 um 23:39 Uhr:

Ein schlechter Artikel wird nicht dadurch besser, dass man ihn rückwärts liest. Soll das vom Inhalt ablenken oder was? sonst waren die Artikel dieser Serien immer super…aber der?! Sorry, irgendwie nicht das, was es versprach…wie auch diese ganze Schuhnummer. Aber es gibt ja einen nächsten Monat. Ich hoffe drauf.


Sesi schrieb am 01.02.2006 um 22:37 Uhr:

Das ist Experimental-Gefühls-Journalismus von Unten bis Oben und von einer Sorte, wo die Leserichtung schon nicht mehr die Lesefreude regiert! Werden die Kommentare hier auch durch Zaunpfähle getrennt?


Artkan schrieb am 01.02.2006 um 22:09 Uhr:

Mag sein dass es sich ein bissl blöd anhört, aber sind die Auslässe gewollt?!?^^

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