 Gekommen, um zu bleiben.
| Festival |
Monsters Of Spex |
| Ort |
Köln (Jugendpark) |
| Datum |
26.08.2005 - 27.08.2005 |
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Das Kölner Musikmagazin für Popkultur feierte, an diesem zur Abwechslung mal recht sonnigen Wochende, sich selbst und manifestierte seine Ausnahmestellung in der Medienlandschaft mit diesem ausgezeichneten Festival, das, wenn man so will, einen Querschnitt durch 25 Jahre Spex präsentierte. Schade nur, dass das Spektakel vom Tanzbrunnen in den Jugendpark umziehen musste. Die Köln-Mülheimer Halbinsel war aufgrund des drohenden Hochwassers dieses Mal leider die schlechtere Wahl.
Gefeiert wurde aber trotzdem, wenn auch nicht ganz so ausgelassen wie das geladene Line-up vermuten ließ. Los ging es für den Verfasser dieses Artikels freitags mit Hot Hot Heat, die mit Sicherheit auch schon mal bessere Konzerte gegeben haben. Die sonst so spielfesten Kanadier kamen das ein oder andere Mal aus dem Takt und ließen ein eher verhaltenes Publikum zurück, das sich möglicherweise aber auch einfach für die nachfolgenden Presselieblinge The Arcade Fire aufsparen wollte. Auffallend viele bekannte Gesichter fanden sich im Publikum wieder, als das achtköpfige, ebenfalls in Kanada beheimatete Ensemble in opulenter Wanderzirkus-Kluft die Bühne betrat, um diese in kürzester Zeit in Schutt und Asche zu legen. Was vielleicht auch an diesem trommelndem Erlend Øye-Zwilling lag, der nach dem zweiten Song mit Motorradhelm und Drumsticks bewaffnet auf alles losdrosch, was nicht niet- und nagelfest war. Auch ansonsten überzeugte der Auftritt durch exzessive Spielfreude, schräge Gesangseilagen und das spielwütige Miteinander der Bandmitglieder untereinander auf der Bühne. Äußerst reizvoll war das mitanzusehen. Den Abend mit einer gehörigen Portion Hardrock ausklingen, ließ die überraschendste Reunion des Jahres:Dinosaur Jr., die — oh welche Fügung des Schicksals — auch schon bereits im Geburtsjahr des MOS (1991), die Bühne belärmten.
Der Samstag begann mit der Spex-Titelheldin Annie, die ihren zuckersüßen Elektro-Pop viel zu früh unter die Leute bringen musste. Leider ging das feine Set der sympathischen Norwegerin in den viel zu penetranten Bassgeräuschen unter, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Danach schafften es die Jungs von Hard-Fi das Publikum dezent zum grooven zu bringen und überraschten mit einer witzigen Seven Nation Army-Coverversion. Im Anschluss: Tomte, die sich endlich wieder warmgespielt haben und so langsam zu ihrer alten Form zurückfinden. Kein überragender Auftritt, aber für Festivalverhältnisse überdurchschnittlich gut und vier tolle neue Songs, die Lust auf mehr machen. Euphorisch wurde es aber erst bei dem vielleicht verdientesten Hype des Jahres Maximo Park, die als so ziemlich einzige Band des gesamten Festivals mit einem mehr als nur akzeptablen Sound auffuhr und das Publikum bis in die Sitzreihen zu begeistern wußte. Da saß jeder Ton so akkurat wie der gestärkte Kragen des wie immer tadellos gescheitelten Sängers. Kleine Pannen wurden charmant überspielt, zur Not wurde ein Roadie kurzfristig zum Mikrofonhalter umfunktioniert. Zurecht verlangte das ansonsten eher undankbare Publikum nach diesem furiosen Auftritt eine Zugabe. Die beste Band des Festivals. Zum Schluss dann noch Saint Etienne, deren gutgelaunte Sängerin es sich nicht nehmen ließ später noch samt Band auf der After-Show-Party im Gebäude 9 aufzukreuzen und die dort bereits zum zweiten Mal spielenden Hund am Strand anzugucken. Den Vogel schossen aber mal wieder Die Türen ab, die ein extrem hartes Set nach Mitternacht ablieferten. Vorne am Rand neben der Bühne steht ein staunender und fröhlich dreinblickender Uwe Viehmann. Daneben: Ausgelassen tanzende Menschen. So viele habe ich während des gesamten Festivals nicht zu Gesicht bekommen. In der Zwischenzeit sind die anderen Bands auch im Gebäude 9 eingetrudelt und feiern munter bis in die frühen Morgenstunden drauflos. Fazit: 25 Jahre Spex, 25 Jahre gute Musik. Gratulation. Aber dass es auf dem gesamten Festivalgelände nur eine einzige, völlig überlaufene Würstchenbude gab, das kriegen wir beim nächsten Mal aber besser hin, oder?!
Katja Peglow
Bilder-Galerie
Kommentare
| Lady-Vinyl schrieb am 01.09.2005 um 13:13 Uhr: |
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Gute Wortwahl- und klare Bilder hast Du da in mir aufgebracht, obwohl ich nicht da war.
Danke.
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| alex schrieb am 30.08.2005 um 16:18 Uhr: |
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Der Bericht des Festivals ist so treffend auf den Punkt gebracht, dass ich mich fühle als habe ich selbst das komplette Wochenende neben der Autorin verbracht.
Tomte sind wieder da. „Mein betrunkenes Gestotter“ = Song des kommenden Jahres
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| Antwort von Katja am 31.08.2005 um 16:47 Uhr: |
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Ach ja, ich erinnere mich dunkel… du warst derjenige, der bei Saint Etienne so ekstatisch neben mir rumgetanzt ist richtig?;-)
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