 Überraschung!
| Band |
Monk / Fiago |
| Ort |
b72 (Wien) |
| Datum |
24.04.2008 |
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Erstens kommt es anders
Wir kamen zu diesem Konzert in Erwartung eines ruhigen Live-Sets. Die österreichische Band Monk ist in den gängigen Medien vor allem durch balladeske Stücke mit akustischem und experimentellem Sound vertreten. Passend dazu der erste Eindruck im b72 an diesem Abend: Ein hölzernes Glockenspiel wartet im Scheinwerferlicht. Wir machen es uns auf der Galerie gemütlich. Doch da: Zwei Männer erklimmen die Bühne, im Partnerlook diskoid neongestreifter Auch-80er-Look-kann-cool-sein-Attitude. Sie berühren die bereitgestellten Laptops und in wenigen Momenten explodiert die packendste Tanzmusik, die man sich vorstellen kann. „Wer sind denn die??“ fragen wir uns noch kurz verwirrt, bevor alle Gedanken aus dem Kopf geblasen sind und wir nur mehr tanzen, tanzen, tanzen. Mit allerhand silbergrauem Spielzeug und einem von uns Laien als „Ding mit bunten Lichtern, das wir unbedingt auch haben wollen“ definierten Gerät (siehe Bild) zaubert das Duo erstklassige elektronische Klänge, dazu gibt es zweistimmigen Gesang und ein paar Handclaps und wir sind wunschlos glücklich. Die nächstmorgendlichen Recherchen ergeben: Fiago waren es, die uns da so unglaublich eingeheizt haben. Es handelt sich dabei um ein politisch inspiriertes Elektronik- und Akustikprojekt von DJ & Produzent Markus Jausovec und Max Tertinegg (aka max Min).
und zweitens als man denkt
Noch von der Euphorie beflügelt sehen wir zu, wie Monk die Bühne betreten. Sie haben es schwer bei uns nach diesem Feuerwerk von Fiago. Das erste Stück aber fängt uns wunderbar weich auf. „Good night, good night“, haucht Susanna Sawoff und wir versinken träumend im blauglitzernden Licht der Diskokugel. Dann jedoch wird es laut und zwar viel zu sehr. Die bezaubernde Stimme der Sängerin wird vom leidenschaftlichen Gitarren- und Schlagzeug-Gewitter völlig verdeckt und wir verstehen kaum etwas von den Texten. Schade, denn auf den Aufnahmen funktioniert die Balance zwischen Instrumenten und Gesang. Auch wenn es Spaß macht, der begeisterten Band zuzusehen: Weniger wäre mehr gewesen, vielleicht hätten auch andere Anweisungen an den Tontechniker geholfen. Heute Abend überzeugt am meisten die letzte Zugabe: Susanna Sawoff wird nur mehr von einem ruhigen Piano begleitet und plötzlich kommt ihre Ausdruckskraft zur Geltung. Die Stimme ist auf einmal intensiv, auch die Körperhaltung der Sängerin verändert sich schlagartig: Nicht mehr mit krummen Schultern und der Hand am Ohrstöpsel, sondern gerade aufgerichtet trägt sie dieses letzte Stück vor, und berührt uns auf einmal doch noch.
Was jedoch anhält und nachklingt bis in die frühen Morgenstunden ist die Energie, die Fiago in uns geweckt hat. Noch auf dem Heimweg hüpfen wir, einzelne Textzeilen aus deren Set auf den Lippen, durch die Strassen.
Katharina Litschauer
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