 Space Oddity.
| Band |
MGMT |
| Album |
Oracular Spectacular |
| Plattenfirma |
Red Ink/SonyBMG |
| Bewertung |
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Brooklyn brodelt schon wieder. Und zwar gewaltig. Finden nicht nur ausgewiesene Musikexperten, sondern selbst inselfixierte Chefkritiker wie Andrew Miller vom NME, der den zweitgrößten New Yorker Stadtteil als „the most exciting place on earth musically at the moment“ beschrieb. „It's gotten to the point where I had to stop constantly writing about Brooklyn because every week there seemed to be another five bands that were really interesting“ gerät der neue Band-Editor gegenüber der New York Times ins Schwärmen.
Auch Ben Goldwasser und Andrew Vanwyngarden, besser bekannt unter dem Pseudonym MGMT, wohnen wie alle derzeit furchtbar angesagten Musiker in Brooklyn und gehören mit Bands wie Vampire Weekend, Yeasayer oder den Dirty Projectors zur Speerspitze der NYC-Progressive-Elite, die die Rockmusik zwar nicht neu erfinden, aber die Karten doch zumindest gehörig neu durcheinander mischen. Mit dem minimalistischen Retro-Rock, mit dem The Strokes noch vor einigen Jahren das Gitarren-Revival einläuteten, hat das hier aber nicht mehr viel zu tun. Vielmehr schaffen es MGMT aus althergebrachten Versatzstücken tatsächlich so etwas wie einen originären Sound zu kreieren und vollbringen das Kunststück ihre Songs elektrifizierend und psychedelisch zugleich erklingen zu lassen.
This is our decision to live fast and die young. We've got the vision, now let's have some fun. Yeah it's overwhelming, but what else can we do? Get jobs in offices and wake up for the morning commute?
Die überaus geglückte erste Singleauskopplung, die empathische Pop-Hymne Time To Pretend ist dabei gut gewählt, vereint sie doch paradigmatisch all die Stärken, die Oracular Spectacular zu einem außergewöhnlich guten Album machen. Hedonistisch, pathetisch und brachial feiert und demontiert das amerikanische Duo zugleich den Mythos vom aufregenden Rockstarleben. Schön, dass der Song in The Youth oder Kids noch eine inhaltliche Fortsetzung gefunden hat.
Auch die bunten LSD-Videos ergänzen die rauschhafte Inszenierung der Newcomer perfekt und verdichten das dionysische Netz, welches Goldwasser und Vanwyngarden auf ihrem Debüt ausspannen. Überhaupt tragen die Newcomer auf Oracular Spectacular ganz schön dick auf: Siebzigerjahre-Glamrock-Anleihen, 80's infizierter Synthie-Pop, Shoegazer-Pop der 90er… Hinzukommt ein Sänger, der abwechselnd nach dem frühen Mick Jagger (Weekend Wars) oder den Bee Gees (Electric Feel) klingt. Man könnte es aber auch folgendermaßen auf den Nenner bringen, wer schon immer einmal das Beste aus den 70ern, 80ern und 90ern höre wollte, ist hier goldrichtig. Und selbst einen kleinen Schuss New Rave der Nullerjahre konnte sich das überaus experimentierfreudige Duo nicht verkneifen (die neonfarbenen Surfershorts auf dem Cover lassen grüßen).
Fazit: So verheißungsvoll klang Prog-Rock schon lange nicht mehr. Der Summer Of Love kann gerne kommen.
Katja Peglow Tourdates
01.05 — Berlin — iTunes Festival 02.05 — Köln — Luxor 25.05 — Zürich — Mascotte 26.05 — München — 59to1
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