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Merz - Loveheart

Die Macht der Melancholie.

Band Merz
Album Loveheart
Plattenfirma Grönland
Bewertung 7 von 9 Punkten

Es möchte schlagen, dann seufzt es nur. Wer auch nur ein Lied des isländischen Singer/Songwriters und Regisseurs Dagúr Karí kennt (Noí Albinoí), weiß, wie Musik einen auf den Boden drücken kann. Der Engländer Conrad Lambert nennt sich Merz und hat mit Loveheart den selben Anspruch. Ein Album wie alleine am Meer sitzen. Ein dunkles Klavier kehrt immer wieder zurück (Postcard From A Dark Star, Loveheart), manchmal klingt es dramatisch (Warm Cigarette Room). Eine nachdenkliche Akustikgitarre reiht sich gelegentlich ein (My Name Is Sad And At Sea) oder ein Cello und eine Zieharmonika. Melancholie, ein Nebel, der alle anderen verschwinden lässt. Und dann wird die Sehnsucht ein Magnet (Butterfly). Merz zwingt zur Ruhe, zwingt zum Aufpassen. Meeresrauschen im Hintergrund ist bloß Meeresrauschen. Meeresrauschen in der Hauptrolle ist jede einzelne Welle. Nur selten setzen sich die Songs so schnell fest wie Dangerous Heady Love Scheme. Aber dann gehen sie mit uns.

Es möchte schlagen, dann seufzt es nur. Es kennt die Geschichten, die nicht damit enden, dass alle glücklich sind. Menschen irren alleine umher und wollen wieder zurück: „Since I left I've been drifting through some distant space.“ Das andere Geschlecht verleitet zur Selbstaufgabe: „Adoring her again can only bring me lower. Here I go lower.“ Es gibt eine Angst, den zu verlieren, ohne den man nichts ist: „Without you I'm like a setting sun.“ Auch ein Schmetterling wird nicht immer frei sein. Die letzte Zuflucht ist der heimelige Raum, in der Zigarettenqualm aufsteigt.

Dann schlägt es: „And the loves arrives so gently like leaves falling from trees“, singt Lambert im letzten Song Loveheart. Dann schlägt es. Das Herz.

Fazit: Was Merz macht, haben in Großbritannien nur die Doves mal teilweise versucht: Melancholie, die einen nicht in Coldplay-Manier anspringt, sondern allmählich aufzieht wie Nebel. Loveheart ist das überlegene Album eines weisen Singer/Songwriters.

Sebastian Dalkowski

Tourdates

06.03. Berlin (Postbahnhof)
07.03. Köln (Gebäude 9)
08.03. Hamburg (Übel & Gefährlich)
09.03. Offenbach (Hafen 2)
10.03. Dresden (Starclub)



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