 Vom Schwermut zur Hoffnung.
| Band |
Maximilian Hecker |
| Album |
One Day |
| Plattenfirma |
Louisville Records |
| Bewertung |
 |
|
„Ein neues Lied, mit einem Teil Erwartung und zwei Teilen Frühlingsmelancholie und ansonsten nichts als maßlosem Entzücken…“ So beschreibt Tove Janssons in einer Mumintal-Geschichte Mumriks Frühlingsmelodie und so klingt Maximilian Heckers neues Album „One Day“.
Beim Schreiben seiner Lieder träumt sich Hecker in sein persönliches Paradies, wo Schwerelosigkeit, Harmonie und Wärme das Herz von allen Sorgen befreien. Den teilweise schmerzvollen Weg dorthin teilt er nicht mehr so mit uns wie das auf seinen ersten Platten der Fall war. Wie bereits der Vorgänger, „I'll be a virgin, I'll be a mountain“ ist auch „One day“ über weite Strecken eine weiche, tröstende, süße Angelegenheit, ein Ort der Vollkommenheit und Geborgenheit. In den Texten gibt es sie noch, die Hecker'sche Schwermut, und auch das melancholisch-sehnsüchtige Element ist spürbar, so steht bezeichnenderweise im Song „The end of longing“ ein „You'll never be“ vor der titelgebenden Textzeile und im schwärmerisch hingabevollen „The space that you're in“ heißt es vorher „I'll never be in“. Das gesegnete „House called love“ steht am Ende verfallen und zerstört da, und in der aktuellen Single fragt der Songwiter flehentlich „Will you stand my misery?“ Wie auch auf „I'll be a virgin…“ bringt dann aber das letzte Stück des Albums so viel Hoffnung: Als Befreiung von der drängenden Suche nach Liebe kommt die Zuversicht „one day all my fears of going astray will end in smoke, when my angels choose to stay“, und Geigen malen den beruhigten, schwungvollen Pfad in diese von Engeln geschützte Zeit in die Abendsonne.
Die Streicher sind seit langem fixer Bestandteil des Soundspektrums auf Heckers Platten. Zur bisher typischen Studiobesetzung von Klavier, Akustikgitarre, Schlagzeug und Glockenspiel, die der Songwriter Großteil selber eingespielt hat, kommen auf „One Day“ die Liveband-Musiker dazu und mit ihnen eine breite Palette an Klängen. Bei der FM4-Radiosession im Wiener Radiokulturhaus am Abend vor dem VÖ-Termin hat sich bestätigt, was man beim Hören der Platte schon vermuten kann: Die wenigsten Stücke brauchen mehr als ein Klavier und Heckers Stimme. Unabhängig vom Können der Musiker ist es schade, dass viele Songs an Klarheit verlieren durch E-Gitarren, 80er-Popballadensounds und zu viele Klangfarben. Weniger wäre mehr gewesen. Nur einige Ausnahmen, wie das wundervoll groovende „Summer waste“ und das unglaublich sanfte „Letters from you“ trösten darüber hinweg, dass das Klavier auf „One Day“ nur mehr eine Nebenrolle spielt.
Fazit: „One day“ ist ein musikalischer Ort der Zuflucht, ein mit Blumen geschmücktes Klangmeer, das die Seele trägt, wohin sie sich träumt. Man könnte auch sagen: ein Teil Erwartung und zwei Teile Frühlingsmelancholie und ansonsten nichts als maßloses Entzücken.
Katharina Litschauer Tourdates
2009-04-02 Berlin [DE] Lido 2009-05-13 Dresden [DE] Beatpol 2009-05-15 Leipzig [DE] Werk II, with Kissogram 2009-05-17 Hamburg [DE] Knust 2009-05-19 Paris [FR] Café de la Danse 2009-05-22 Essen [DE] Grend 2009-05-24 Düsseldorf [DE] ZAKK 2009-05-25 München [DE] Hansa 39 2009-05-26 Wien [AT] Szene 2009-05-29 Ulm [DE] Eden 2009-05-31 Zürich [CH] El Lokal (tbc) 2009-06-01 Frankfurt [DE] Mousonturm, with Gemma Ray 2009-06-02 Brussels [BE] Botanique — Orangerie
|