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Lily Allen - Alright, Still

Stories From The City, Stories From The Streets.

Band Lily Allen
Album Alright, Still
Plattenfirma Parlophone/Emi
Bewertung 8 von 9 Punkten

Bonanzaräder, Kaugummi mit Erdbeergeschmack, Ghettogold, Softeis, endlos lang vertrödelte Nachmittage im Park mit Freunden; nach all dem klingt die in Hammersmith geborene vielversprechende Newcomerin Lily Allen auf ihrem Debütalbum Alright, Still, das es dank der fleißig auf Myspace.com rotierenden, mittlerweile bereits vergriffenen, Vinylsingle LDN in die Plattenläden geschafft hat. Vielleicht hätte ich mir im Vorfeld aber auch das Albumcover nicht so genau angucken dürfen. Egal. Auf jeden Fall klingt die 21-jährige auf ihrem Erstling wie ein extrem gelungener Bastard aus The Streets und den Sugababes. Was ja schließlich auch nicht alle Tage vorkommt, und geht sogar optisch glatt als kleine Schwester von Mike Skinner durch.

Neben ihren Posterstarqualitäten hat sie sich von ihrem musikalischen Vorbild in erster Linie aber auch in Sachen Storytelling und Reimkünste einiges abgeschaut. Egal ob sie über gebrochene Herzen (Littlest Things) oder kiffende Brüder (Alfie) singt und auch schon mal zu einem gepflegten Diss über Zickenterror im Club ausholt (Friday Night) — stets bedient sich die umtriebige Dame der Genres so stilsicher als würde sie sich in ihrem begehbaren Kleiderschrank befinden.

Und so sprechsingt sie sich enorm catchy (mal mehr und mal weniger jugendfrei) mit einer gehörigen Portion Humor und Ironie durch die elf Songs auf ihrem Debüt. Dabei schert sie sich nicht um musikalische Gepflogenheiten, solange am Ende der perfekte Popsong dabei heraus springt. Und davon gibt es so einige, die man Softeis schleckend im Park genießen sollte. Denn: Auch wenn Lily Allen mithilfe ihrer hervorragenden Studiomusiker aus Pop, Reggae- und Skaeinflüssen eine überzeugende Wundertüte mischt klingt Alright, Still in jeder Sekunde nach Pop as Pop can be.

Logisch, dass so etwas nur aus England kommen kann und Lily sich dort auch flugs mit ihrer Gute-Laune-Pop-Nummer Smile die Pole Position in den Singlecharts schnappte. Weit vor einer, über blinde Sterne trällernden Paris Hilton, die sich in Sachen Pop und Reggae mal besser ein Beispiel an ihrer jüngeren Kollegin hätte nehmen sollen.

Fazit: Nach Nelly Furtado, deren Wandlung zum Hip Hop-Girlie von Presse und Fans ja eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, dürfte Lily Allen mit Alright, Still die Konsenspopplatte des Sommers abgeliefert haben.

Katja Peglow


Kommentare



David Bauer schrieb am 06.08.2006 um 20:30 Uhr:

ein interview mit lily allen, wenn das jemanden interessiert, gäbe es hier:
http://www.78s.ch/2006/07/31/was-ich-jetzt-mache-ist-nicht-fuer-die-ewigkeit/

Homepage: www.78s.ch

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