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The Kooks (12.04.2008)

Church of Rock.

Band The Kooks
Ort Kulturkirche (Köln)
Datum 12.04.2008

Es ist Samstag Abend, wir stehen in einem Raum, die Decken sind hoch. Eigentlich alles wie immer. Um uns herum sind viele Menschen, die Stimmung bewegt sich zwischen Euphorie und wochenendlicher Laune, guter Schnitt. Kölner Norden, Veranstaltungsort: Alte Kulturkirche.

Wir wissen: Seit ein paar Jahren schon werden Gotteshäuser zu Theaterbühne, Lesungssaal, Club umfunktioniert. Und was vielleicht mit Techno angefangen hat, hat längst die Rockbands erreicht. Vom Sakralen und Monotonen, das elektronische Musik mit der ewigen Litanei in Latein, den Predigten von der Kanzel herab, vielleicht noch gemein hatte, hin zu Blut, Schweiß und Tränen.

The Kooks, die so juvenilen Brit-Rocker laden zum Showcase, um ihr neues, zweites Album Konk vorzustellen. Der Laden mit heiligen Ornamenten an den Wänden und zur Seite geklappten Beichtstühlen ist diese Nacht so gut ausgeleuchtet wie wohl nur selten, um die junge Show der Jungs aus Brighton schön in Szene zu setzen. Und obwohl es dabei um das neue Album gehen soll, ist angenehm, dass das alte Material zu keinem Zeitpunkt zu kurz kommt. Es ist eigentlich so, dass der Auftritt fast mehr ein Dankeschön an die doch auch fanatischen und sehr jugendlichen Fans ist, als die diesen Monat erscheinende neue Platte in den Mittelpunkt zu stellen. Wie auch immer: Die Vier schaffen es routiniert, der Menge einzuheizen. Der laute Esprit, das charmante Zwinkern, Spaß und Lebenslust der roaring twenties — so haben es in den Neunzigern Supergrass schon mal vorgemacht, und an dieses wundervolle Konzept halten sich die Kooks, auch heute Abend. Wo sie schon etwas abgekämpft wirken. Sie befinden sich eben inmitten des irrsinnigen Promo-Zirkus, den jede neue Platte heraufbeschwört — Köln, Amsterdam, Paris, Mailand, und immer so weiter.

Die gelegentlichen Ansagen Luke Pritchards, wuscheliger Leadsänger der Band und natürlich Herzensmittelpunkt, geraten nach all dem Tourneestress zu unverständlichen Sprechproben. Das ist aber ziemlich egal, spätestens in zwei Monaten sind sie wieder hier, in einer größeren Halle. Und wir werden wieder kein Wort verstehen.

Es ist 2008, draußen wartet der Frühling. Vorne mag ja immer noch die Kanzel stehen, aber hinten wird das Kölsch ausgeschenkt. Dazwischen passiert die Nacht, und die Musik.

Sven Job





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