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Julia Hummer and Too Many Boys (28.10.2005)

Schlaflos in Köln.

Band Julia Hummer and Too Many Boys
Ort Rose Club (Köln)
Datum 28.10.2005

„Oh scheiße! Bei dem Lied spiel' ich ja Gitarre…“ ruft es ins Mikro und unterbricht hastig den wohl besten Song auf dem Debütalbum der 25-jährigen Wahlberlinerin. Julia Hummer steht mit geschlossenen Augen hochkonzentriert vor dem auffallend gut gefüllten Rose Club und intoniert die ersten Zeilen von Pilot In The Storm, als sie abrupt abbricht, weil ihr just in diesem Moment eingefallen ist, dass sie bei eben selbigem Song noch gleich selbst zur Gitarre greifen muss. Dass dieser charmant-unprofessionelle Patzer den Mehrwert des Konzerts nur noch steigern konnte, liegt quasi auf der Hand. Allzu lange macht die Hummer den Job ja auch noch nicht, dafür aber mit einer solchen Begeisterung und Ernsthaftigkeit, dass das Sympathiepunktesammeln an diesem Abend ein leichtes Unterfangen für die junge Musikerin war.

Mit ihrer überwiegend älteren, fünfköpfigen Band im Rücken wirkt Julia Hummer zwar noch etwas verloren auf der Bühne (ebenso wie in ihren weiten Klamotten), das tut der guten Stimmung im Klub aber keinen Abbruch. Selbst über den, in die Länge gezogenen, Stromausfall zu Beginn des Konzertes wurde milde hinweg gelächelt. Im Gegenzug dazu nahm die junge Musikerin ihr äußerst wohlwollendes Publikum an diesem Abend nach Downtown Cocoluccia mit. Diesem geheimnisvollen Ort, an dem sie das Personal aus ihren nonchalanten Songs überwiegend beheimatet hat. Katharina lebt dort zum Beispiel. Oder der Pilot In The Storm. Und die Too Many Boys selbstverständlich auch, die nach dem Auftritt noch abwechselnd den Merch-Stand betreuen.

Auch live machen Julia Hummer and Too Many Boys ihre Sache gut, auch wenn die junge Musikerin ohne ihre Gitarre oder Mundharmonika noch nicht so richtig wohin mit sich weiß. Ausnahmslos alle Songs des Debüts wurden zum Besten gegeben, daneben noch ein bis zwei Coverversionen, drei Zugaben, dann ist aber wirklich Schluss. Julia Hummer springt erleichtert von der Bühne und verschwindet im Nichts.

Katja Peglow





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