 Rise Up Without Fists.
| Band |
Jenny Lewis |
| Ort |
Gloria (Köln) |
| Datum |
07.04.2006 |
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Die Kunde vom gelungenen Soloalbum der Rilo Kiley-Sängerin Jenny Lewis hat sich offensichtlich noch nicht ausreichend genug herum gesprochen und so war dieser exzellente Konzertabend an diesem Tag der Tour leider nur einer überschaubaren Anzahl von Besuchern vorbehalten. Wer in seiner Freizeit den Sicherheitsabstand von einem Meter schätzt und bei dem Wort 'ausverkauft' schon im Vorfeld Schweißausbrüche bekommt, war an diesem Abend im Kölner Gloria bestens aufgehoben. Zumal sich dadurch die wunderbare Gelegenheit bot, den Auftritt der insgesamt siebenköpfigen Band im Sitzen zu genießen. Ein Umstand, der bei den meisten Bands vielleicht lächerlich anmuten würde, hier aber genau richtig war. Denn die Musik von Jenny Lewis ist ungefähr genauso am Puls der Zeit des aktuellen Musikgeschmacks wie das Hippiegewand, das sie verhüllte, was jedoch nicht heißen soll, dass es weniger tragbar wäre!
Los ging es jedoch zuerst mit den beiden vielversprechenden Songwritern Michael Runion und Johnathan Rice, die leider vor fast leeren Reihen ihre melancholischen Sets darboten. Vor allem letzterer erinnerte stellenweise an den jungen Johnny Cash und lieferte später zusammen mit Jenny Lewis ein hinreißendes Duett ab (kurze Nerd-Notiz noch am Rande: In dem hochgelobten Biopic Walk The Line schlüpft übrigens ein gewisser Johnathan Rice in die Rolle von Roy Orbison — Zufälle gibt's…).
Sowohl Rice als auch Runion sind übrigens zudem noch Teil der spielfreudigen Backing-Band von Jenny Lewis, die das Konzert mit den fast doppelt so großen Watson Twins im Rücken und dem Opener ihres Solodebüts auf den Lippen (Run Devil Run) eröffnete. Nach dem kurzen Exorzismus wechselten sich beschwingte Folkpopsongs (You Are What You Love) mit klassischen Stücken in Singer-/Songwritermanier (Rabbit Fur Coat) ab. Lediglich das grandiose Travelling Wilbury-Cover wurde trotz der tollen Co-Sänger unverständlicherweise ausgespart. Stattdessen wurden bereits neue noch namenlose Songs live erprobt, die ein Ende von Jennys Soloausflug glücklicherweise in weite Ferne schieben.
Katja Peglow
Bilder-Galerie
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