 Wir sind Deutschland.
| Autor |
Various Artists |
| Titel |
I Can’t Relax In Deutschland |
| Verlag |
Unterm Durchschnitt/Broken Silence |
| Seiten |
60 |
| Bewertung |
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Da dachte man, dass das Thema bereits vom Tisch wäre und dann das: Du bist Deutschland! Die größte und medienwirksamste Motivationskampagne, die hierzulande je zu sehen war, wird die Gemüter spalten — keine Frage — und wieder mächtig Öl ins Feuer der Linken gießen. Die Reaktion darauf könnte dann wie folgt aussehen: Ein kleines, in rotes Leinen gebundenes Büchlein mit (pop)politischem Inhalt, verfasst von ausgewählten Vertretern aus dem Kulturbetrieb (z. B. Intro-Autor Martin Büsser), die im weitesten Sinne der Poplinken zuzuordnen sind. I Can't Relax In Deutschland hätte die Kehrseite der Medaille sein können, die mit prominenten Unterstützern wie Günther Jauch, Kathi Witt, Harald Schmidt, Anne Will oder Kool Savas Aufbruchstimmung und Optimismus in der Grauzone Deutschland verbreiten will.
Leider ist I Can't Relax In Deutschland einen Monat zu früh herausgekommen. Obwohl das natürlich Quatsch ist, denn Dringlichkeit besteht in dieser Angelegenheit bekanntlich immer, und erst recht in Zeiten von fragwürdig aufgeblasenen Medienkampagnen. Dennoch appelliert das Büchlein ausdrücklich an den Rezipienten, es nicht nur als bloße Ergänzung zur aktuellen „Wieviel Deutschsein ist okay?“-Diskussion wahrzunehmen, sondern fordert vielmehr auf, sich mit Begriffen wie „Nation“ und „Kultur“ oder eben „Pop“ kritisch auseinanderzusetzen. „Sie sind zugegeben nicht einfach zu lesen — aber dies sollte uns nicht als elitäre Marotte ausgelegt werden, nach der wir uns an möglichst schweren Sätzen erfreuen.“ Etwas einfacher bringt es die beigelegte CD auf den Punkt, auf der sich neben den üblichen Verdächtigen (Tocotronic: Aber hier leben, nein danke) glücklicherweise größtenteils unveröffentlichte oder rare Gastbeiträge befinden. Die Bandbreite ist üppig und reicht vom aufmüpfigen LoFi-Elektro-Trash (Knarf Rellöm: Arme kleine Deutsche) über englischsprachigen Wave-Tanz-Punk (The Robocop Kraus: Concerned, Your Secular Friends) bis hin zu Minimal-House (Lawrence: Things).
Fazit: Wie schreiben die Verfasser selbst in ihrem Vorwort? „Du musst dich vielleicht einfach ein wenig durchquälen, aber es lohnt sich.“
Katja Peglow
Kommentare
| Miriam schrieb am 08.01.2006 um 12:40 Uhr: |
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das buch ist wirklich gut und nur empfehlenswert. außerdem ein wirklich wichtiges thema!
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| Martin schrieb am 31.10.2005 um 22:09 Uhr: |
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Ich glaube, etwas Optimismus könnte der Grauzone Deutschland (die vermutlich bald schwarz ist) gar nicht schaden… solcher Dekonstruktivismus schon eher. Es ist schon schade, wenn man vor lauter Ideologien die Realität aus den Augen verliert :(
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