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Platte des Monats in Ausgabe 11/2005
Hansen Band - Keine Lieder über Liebe

The Soundtrack Of Our Lives?

Band Hansen Band
Album Keine Lieder über Liebe
Plattenfirma Universal
Bewertung 7 von 9 Punkten

Muss man diese Band noch großartig weiter vorstellen? Hat dieses Tomte- und Kettcarding nicht schon genug medienwirksame Wellen geschlagen? Warum überhaupt, fragst du? Vielleicht weil Tomte und Kettcar mit ihren letzten beiden Alben in den Indieolymp aufgestiegen sind und ihre Songtexte mit vollen Händen in die geöffneten Herzen ihrer Anhänger geschüttet haben, die sie seitdem fleißig auf T-Shirts oder in Internetforen verbreiten.

Weil Jürgen Vogel (besser bekannt als Deutschlands authentischster Schauspieler) endlich einmal einen Musiker spielen wollte und er aber nur zwei von gefühlten hundert probegehörten CDs etwas abgewinnen konnte und diese eben auf den Namen Tomte und Kettcar hörten, die daraufhin dem Musikfilmprojekt zusagten und jetzt zusammen mit Max Schröder (der von Olli Schulz entliehene Hund Marie) die fiktive Band Hansen bilden und seitdem von Beckmann bis zur Spex für Schlagzeilen sorgen.

Weil die Hansen Band, die zurzeit einzige Supergroup in Indie-Deutschland ist und Lars Kraume über sie einen inszenierten Dokumentarfilm gedreht hat, der soeben im Kino angelaufen ist.
Genug Gründe? Genug zumindest, um das erste und zugleich letzte Album der Hansen Band, zu unserer Platte des Monats zu küren.

Und wem das alles noch nicht plausibel genug klingt, der kann sich ja einfach die zehn Anti-Liebeslieder auf Keine Lieder über Liebe anhören, die entgegen aller Vermutung nicht von den Hansen-Mitgliedern zusammen geschrieben wurden, sondern jeder einzelne Song im Alleingang entstanden ist. Das hört man auch. Um zu wissen auf wessen Kappe Frankreich geht, muss der eingefleischte Tomte-Fan keinen Blick ins Booklet werfen: Hier war Thees Uhlmann am Werk. Genauso wie Alles teilen sich auch hervorragend auf einem Album von Kettcar machen würde. Den Wettstreit um die goldene Songwriter-Medaille gewinnt aber Max Schröder, der auch die anrührende zweite Singleauskopplung Baby Melancholie verfasst hat, die nicht umsonst zum Opener auserkoren wurde. Und Jürgen Vogel? Der füllt seine Rolle als Sänger mehr als passabel aus. Fast so, als hätte er in seinem Leben nichts anderes gemacht… Verdammte Authentizität.

Fazit: Für einen Soundtrack eine außerordentlich runde Angelegenheit.


Sebastian J. meint: Neu im Angebot und nur für kurze Zeit erhältlich: Kettcar light. Lyrische GHvC-Höhepunkte in einem durchschnittlichen Pop/Rock-Gewand. (6/9)

Marius meint: Die wahre Essenz des Films. Zum Glück hat die halbe Stunde Musik mehr zu bieten. Ein schönes Stück deutschsprachiger Popmusik. (7/9)

Sebastian D. meint: Eine Platte, die die Wartezeit auf die nächsten Alben von Tomte und Kettcar mehr als verkürzt. Und dass Jürgen Vogel Texte von Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch singen darf, ist gar nicht so schlimm. (7/9)

Katja Peglow


Kommentare



Tom schrieb am 19.12.2005 um 14:40 Uhr:

Dass dieses Album zu 70% nach Kettcar und zu 30% nach Tomte klingt stört keineswegs. Soll es ja auch. Und das ist gut so. Anders wahrscheinlich nicht möglich auch wenn Jürgen Vogel seine Sache gut macht.


Tatjana schrieb am 02.11.2005 um 14:53 Uhr:

Schade, so viel Lob hätte ich hier nicht erwartet, musikalisch ein Werk, aber irgendwann scheint es fast anstrengend, dass J.Vogel nicht singen kann.
Schauspieler YEAH, aber Gesang…
Und Texte, die andere schreiben können vielleicht nie so gut gesungen werden, oder?
Nun ja, fast scheint es so kettcar-tomte etc. nicht zu mögen sei eine Schande.


eMail: t.tavor@web.de

Martin Eidler schrieb am 01.11.2005 um 12:20 Uhr:

schönes album in altbewehrter kettcar- bzw. tomtemanier mit einer schöne stimme eines äußerst sympathischen schauspielers und man darf es jetzt auch wirklich sagen… SÄNGERS … toll. gute arbeit. Jungs ich mag euch. (8/9)


eMail: hive@gmx.at


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