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Get Well Soon (29.04.2008)

Vielversprechend.

Band Get Well Soon
Ort Flex (Wien)
Datum 29.04.2008

Wenn man schon in eine Schublade gesteckt wird, warum soll man es sich darin nicht gemütlich machen? Das könnte sich Get Well Soon-Kopf Konstantin Gropper gedacht haben, und er hat ein Schild an das Möbel geklebt, auf dem steht: klassisch inspirierte, intellektuelle Band mit Indie-Charme.

Wenn man von Groppers nackten Füßen absieht, könnten Get Well Soon so wie sie sind im Wiener Musikverein auftreten. Schwarze Hosen, schwarze Hemden, gut frisiert, die Dame in Kleid und Schuhen mit Absätzen. Man könnte jeden aus der Truppe bedenkenlos zu Großmama zum Essen mitbringen. Konstantin könnte man ja bitten, sich Schuhe anzuziehen.

Hätten wir unsere Großmamas auch ins Flex mitnehmen können? Vermutlich nur die unkonventionellen unter ihnen. Zwar verbindet die Band das eine oder andere mit klassischen Musikern — manch einer verbeugt sich sogar nach einzelnen Stücken — doch sie haben E-Gitarren, sie haben ein Schlagzeug und sie lassen es gerne mal krachen. Also sind die vorwiegend sehr jungen Zuhörer hier wohl doch das Zielpublikum.
Und dem wird einiges geboten heute Abend. Get Well Soon spielen die meisten Stücke ihrer aktuellen CD „Rest now, weary head! You will get well soon“ und noch ein bisschen was dazu. Zum Beispiel das zerbrechliche „Teenage FBI“, das Gropper schon nachmittags zuvor im Radio zum besten gegeben hat. Die Parallelen zu Radiohead, Interpol und The Divine Comedy sind auch live unüberhörbar. Mit letzteren verbindet Get Well Soon die Vorliebe für dramatische Streicher- und Bläserarrangements. Einer der Blechbläser-Abteilung ist mit dem Frontman verwandt und sieht ihm noch ähnlicher als seine eigene Schwester. Die wiederum spielt heute Geige und Tamburin und singt. Das macht sie ebenso hingebungsvoll und klar intoniert wie der Bruder. Genau so präzise sind die vielen Klangspielereien von Glockenspiel bis zu dreistimmigen Sprechgesang-Elementen.

Der erste Eindruck manifestiert sich: Die haben das hier geprobt und nicht zu knapp. Auch die Posen in wirkungsvollen Momenten sitzen und werden nur unterbrochen, um die asymmetrischen Frisuren zurecht zu streichen.

Das könnte jetzt alles nach zu viel Perfektionismus und Show klingen. So einfach ist es aber nicht. Einige Songs verschwinden zwar hinter pompösen Klangtürmen, aber das war ja zu erwarten. Und das mindert nicht die Qualität der Kompositionen. Die Band lässt sich auf ihre Lieder ein und trotzdem berührt die Musik nur teilweise, lässt noch Raum für Gedanken und Ablenkung. Das heutige Konzert war eine durchaus feine Sache, aber…da geht noch was. Get Well Soon stehen erst am Anfang ihrer Karriere, man darf sehr gespannt sein auf das, was da noch kommt.

Katharina Litschauer





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Kommentare



Jörg schrieb am 12.06.2008 um 10:12 Uhr:

Das macht Freude auf das MELT! Danke für die Einstimmung ;)


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