 Der Zaubergeiger.
| Band |
Final Fantasy |
| Ort |
Badeschiff (Wien) |
| Datum |
21.06.2007 |
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Das Badeschiff wäre, wie schon der Name sagt, am geeignetsten, um zu baden. Das geht da ganz großartig, im beleuchteten Pool, nachts unterm freien Himmel. Unten im Laderaum wird man auch schnell nass, aber das liegt an der unmenschlich heißen Innentemperatur, die es hat, sobald mehr als 40 Menschen drin sind. Heute sind es viel mehr, denn es gibt eine Show der besonderen Art: Owen Pallett aka Final Fantasy hat sich angekündigt, er ist heute der Special Guest im Pling Plong Club, der immer wieder mit namhaften Gästen aufwartet. Neben den üblichen Verdächtigen von fm4&Co befindet sich an diesem Abend auch Robert Stadlober im Publikum. In ständiger Begleitung eines wachsamen Mannes (sein Bodyguard?) guckt er genau so schüchtern wie in seinen Filmen und freut sich vermutlich darüber, dass der Großteil der Wiener ihn nicht kennt.
Vorbands kann man sich nicht aussuchen. Owen Pallett hat seinen alten Kumpel The Blankket auf Tour mitgenommen und der macht das Publikum erst ratlos und dann genervt. Seine Show besteht vor allem darin, zu einer unerträglich lauten Soundwand mindestens zehn mal zu erzählen, dass er aus Toronto kommt. Zwischendurch hüpft er noch ein bisschen rum und schreit wirres Zeug ins Mikrofon, das entfernt an Bruce Springsteen-Songs erinnert. Offenbar hat ihm noch niemand gesagt, dass eine viereckige Brille und zuckende Bewegungen alleine noch nicht reichen, um Erlend Oye Konkurrenz zu machen. Vielleicht kennt er den aber auch gar nicht. Es ist eine harte Probe für das Publikum. Geduldig stehen die Final Fantasy-Fans bei gefühlten 50 Grad schweigend da und sehen apathisch zu, bis The Blankket seinen letzten Kommentar abgegeben hat, und endlich der Haupt-Act beginnen kann.
Das Niveau steigt sofort rasant an. War die Wahl der Vorband etwa doch eine dramaturgische Maßnahme von Pallett, um seine ausdrucksstarke Samtstimme und seine Musikalität noch hervorzuheben? Der Mann mit der Geige ist sein eigenes Orchester, mit Souveränität und viel Spaß an der Sache baut er Loops aus allen Klängen und Geräuschen, die so ein Streichinstrument hervorbringt. Seine Kunst löst ähnliche Gefühle aus wie eine Zaubershow bei Kindern: Dem faszinierten Beobachten und Zuhören folgt die Frage „Wie macht der das bloß?“ Selbst jene, die mit der Technik von Loops vetraut sind, staunen über das Tempo, die Geschicklichkeit und die Klangvorstellung des Musikers. Immer wilder kreisen die Spuren, bis plötzlich alles abbricht, um für eine lyrische Gesangspassage Platz zu machen, und dann erneut auszubrechen. Alte und neue Songs wechseln sich ab, dazwischen erzählt Pallett Geschichten, manchmal auch während der Musik. So gibt es This Is The Dream Of Win & Regine zunächst nur bis zur Hälfte, dann beginnt auch er, wirres Zeug über Toronto zu erzählen. Die Hitze und die anschließende spannende Gesamtversion des Stücks trösten über diese seltsame Einlage hinweg. Nach dem letzten Song gibt es noch gemeinsame WG-Anektoten von Pallett und the Blankket, ein satirisches Duett, und Band-Bananen am Merchandise-Stand.
Und dann nichts wie raus und Abkühlen.
Katharina Litschauer
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