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Das Prinzip Filmfortsetzung.

Das Prinzip Filmfortsetzung.

Warum zweite Teile oft scheitern.

Eine Filmfortsetzung zu produzieren ist oft so, wie das restliche Stück Schnitzel vom Vortag aufzuwärmen. Das Produkt ist nicht mehr ganz frisch, eher eine Notlösung und erinnert eigentlich nur daran, wie gut es gestern geschmeckt hat. Man kann es zwar mit einer Zitrone garnieren oder nachwürzen, aber in den meisten Fällen verdirbt man sich nur den Appetit.

Natürlich gilt das nicht für jeden „Teil 2“. Es gibt einige Schätze. Doch die meisten sind, gelinde gesagt, großer Mist. So viele Fortsetzungen dienen heutzutage scheinbar nur dem ohnehin prallen Geldbeutel der Filmindustrie, die mit dem Namen des gelungenen ersten Teiles noch ein paar zusätzliche Moneten scheffeln will. Die Rechnung geht meistens sogar auf. Der zweite Teil lockt die Personen ins Kino, die sich nach dem Erfolg des ersten Teiles das gleiche noch einmal versprechen. Das Publikum hat man also schon im Kino, wieso sollte man dann noch aufwendig einen guten Film produzieren? Die Kasse klingelt ohnehin. Daran sind die Zuschauer allerdings oft selbst schuld. Man könnte meinen, in Zeiten von Communities und Web 2.0 würde sich jeder vorab über den Film informieren, doch dem ist meist nicht so.

Natürlich trägt nicht der Konsument allein Schuld. Hinzu kommt der Druck der Filmindustrie, unbedingt einen zweiten Teil auf den Markt zu bringen, und das möglichst schnell. Selten kann dabei unter Zeitdruck etwas entstehen, was sowohl originell ist als auch an den ersten Teil anknüpft. Drehbuchautoren und Regisseure haben es zudem nicht leicht, die hohen Erwartungen der Zuschauer zu erfüllen.

Der zweite Teil ist also auf dem Markt, relativ erfolglos. Und dann? Dann stirbt die Reihe und etwas Neues kommt heraus. Allerdings gibt es auch noch die Kandidaten, die scheinbar nie enden wollen. Die selbst dann nicht genug haben, wenn sie eigentlich schon bewährt und komplett sind, wie im Falle von Indiana Jones. Wie wird das beispielsweise aussehen, wenn sich Indy im Mai 2008 im vierten Teil noch einmal über die Leinwand peitscht? Harrison Ford ist inzwischen 65 Jahre alt. Wird er sich noch so agil über tödliche Fallgruben hangeln wie 1989, als der dritte Indiana Jones in die Kinos kam, oder braucht er eine digitale Aufhübschung?
Wie soll der vierte Teil nach knapp zwanzig Jahren filmtechnisch und inhaltlich überhaupt an die alten Filme anknüpfen? Heutzutage verlangt das Publikum nach spektakulären Weltuntergängen, computeranimierten Mega-Explosionen oder weltumfassenden Verschwörungen. (Letzteres sollte idealerweise etwas mit dem Internet zu tun haben, am besten mit Punkt Null am Ende; siehe Stirb langsam 4.0) Und nicht nach mittelmäßig gefährlichen Nazi-Kloppereien in der Wüste oder rollenden Steinfelsen in schlecht staubgewischten Aztekentempeln. Nein, als echter Indiana Jones-Fan darf man schon vor Filmstart vermuten, dass die Trilogie eine bleibt, was die Authentizität angeht. Dem effektgeilen, digital-verwöhnten Publikum könnte der Film vielleicht sogar gefallen.

Fortsetzungen scheitern aus verschiedenen Gründen. Als Zuschauer muss man das aber nicht unterstützen. Allgemein gilt: Augen auf beim zweiten Teil. Erst schlau machen, dann ins Kino gehen, beziehungsweise es sein lassen. Ob www.imdb.de oder www.ofdb.de, es gibt viele Filmdatenbanken, die qualitative Bewertungen bieten. Die Frage, die man sich bei Fortsetzungen immer stellen muss, ist: Ist der zweite Teil tatsächlich eine sinnvolle Erweiterung der Story? Oder eine Erweiterung des Produzentenvermögens? In diesem Sinne: Lieber etwas Frisches kosten. Und das alte Schnitzel an den Hund verfüttern.


Film

Bewertung*
(in Klammern: 1. Teil zum Vergleich)

In einem Satz**

The Butterfly Effect 2

4,94 (8,40)

„Finger weg von diesem Schund. Zu schade für die Zeit. Lieber die Vorgänger-Fassung noch mal ansehen und sich davon fesseln lassen.“

Eiskalte Engel 2

4,58 (7,61)

„Die Story des Films ist noch flacher als die Oberweite der Darstellerinnen. (…) 90 Minuten Film, die besser als jede Schlaftablette gewirkt haben.“

American Psycho 2

4,70 (7,46)

„Während es in “American Psycho„ um die Klassengesellschaft der Yuppies in den 80ern geht, spult diese Direct-to-Video-Klamotte nur das übliche Slasherprogramm aus der untersten Schublade ab, ohne je nur ansatzweise so etwas wie Innovation an den Tag zu legen.“

From Dusk till Dawn 2

5,21 (8,82)

„Leider ein schlechter Nachfolger, der versucht, das Original zu kopieren, dabei aber an allen Ecken und Enden scheitert. Nur für Leute, die die Trilogie komplett brauchen.“

Der Exorzist 2

4,52 (8,01)

„Ein quietschbuntes Flopvergnügen für Freunde wirklich schlechter Filme, die man nicht wirklich vollständig analysieren will. Zum Glück so oft im Fernsehen, dass man aus dem Lachen gar nicht rauskommt.“

Starship Troopers 2

4,60 (8,58)

„Als pure Titelabzocke angelegt. Die Schauspieler sind schlecht, der Plot langweilig erzählt, die Effekte ein Witz und die Inszenierung selbst für B-Verhältnisse mangelhaft.“

8 mm 2

4,73 (7,50)

„Überflüssiger, langweiliger und durchgehend völlig hanebüchener DTV-Müll, der storymäßig absolut nichts mit dem Cage-Film zu tun hat.“

Speed 2

4,73 (7,83)

„Wirre Story, schlechte Schauspieler und Effekte, die man für die “Goldene Himbeere„ nominieren sollte.“

*Quelle: www.ofdb.de, Stand 13.12.2007 **Quelle: Nutzer-Kommentare auf www.ofdb.de

Kasanobu Serdarov


Kommentare



ctp schrieb am 18.03.2008 um 23:29 Uhr:

Die Überschrift klingt gut, der Untertitel vielversprechend. Der Text unterhaltsam, wenn auch inhaltlich nicht wirklich neu. Aber, warum scheitern denn nun die zweiten Teile so oft. Die versprochene Antwort bleibt der Artikel dem Leser leider schuldig.

SCHADE!


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