 Verflixte Entscheidungsfreiheit!
Tausend Möglichkeiten, keine einzige genutzt.
Ich könnte in meinem Zimmer Staubwischen.
Aber dann könnte ich bei der Gelegenheit auch mein Regal mal wieder putzen und zu diesem Zweck müsste ich vorher all meine Bücher ausräumen. Dabei würde ich alte Zeitschriften entdecken, die total interessant sind und die ich lieber lese, anstatt alles wieder einzuräumen.
Statt dessen könnte ich also lieber Staubsaugen. Da fällt mir aber ein, dass ich keine Staubsaugerbeutel mehr habe. Ich könnte bei meiner netten Nachbarin klingeln und sie fragen, ob sie noch einen Beutel hat. Aber dann würde sie mich freundlich herein bitten und mir wieder die Geschichte von ihrem Exfreund erzählen. Und weil sie mir Tee anböte und mir ständig was leiht, müsste ich ihr zuhören. Ich beschließe also, selbst in den Supermarkt zu fahren und mir einen neuen Beutel zu kaufen.
Wenn ich aber schon mal in der Innenstadt wäre, würde ich mich von den bunten Schaufenstern anlocken lassen und durch die Boutiquen bummeln. Während ich sowieso schon durch diverse Geschäfte liefe, könnte ich mir gleich einen warmen Pulli kaufen, den ich so dringend brauche. Da aber inzwischen alles voller Frühlingssachen hängt, würde ich stattdessen ein völlig nutzloses T-Shirt kaufen wollen, denn auf Kaufen hätte ich mich ja dann schon eingestellt.
Daraufhin würde ich feststellen, dass ich zu diesem Shirt überhaupt nichts Passendes anzuziehen habe und würde mich nach Jeans umsehen. Nach einigen Anproben müsste ich feststellen, dass ich über den Winter ziemlich zugelegt habe und aus Stolz würde ich mich weigern, eine größere Hose zu kaufen.
Darum würde ich beschließen, ein wenig durch den Park zu joggen, um etwas abzuspecken oder um mir zumindest einreden zu können, ich hätte es versucht. Doch dann würde ich sehen, dass es gleich anfängt zu regnen und ich würde mich statt dessen dafür entscheiden, wieder mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren, bevor es los geht und ich nass werde.
Während der Fahrt aber würde es schrecklich anfangen zu schütten. Ich würde bis auf die Knochen durchnässt sein und weil ich ja auch keinen warmen Pulli habe, würde ich mich ganz schlimm erkälten.
Ich beschließe also, in meinem Zimmer keinen Staub zu wischen.
Linda Wilken
Kommentare
| Artkan schrieb am 02.04.2006 um 01:26 Uhr: |
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Toller Artikel. Ich selbst bin so faul, dass ich mir manchma denke ich bin der innere Schweinehund von jemanden.
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