 Deutschstunde.
| Autor |
Bastian Sick |
| Titel |
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2 |
| Verlag |
KiWi |
| Seiten |
267 |
| Bewertung |
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Die Geschichte der deutschen Sprache ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wie gut, dass es Bastian Sick gibt! Der Redakteur von Spiegel Online erlangte mit seiner Zwiebelfisch-Kolumne beträchtlichen Ruhm. Laut Verlag verkaufte sich Teil 1 bisher über eine Million Mal. Teil 2 wird vermutlich ähnlich gut laufen, jetzt, wo aktuell das Geschrei um die Farce der für viele jetzt schon gescheiterten Rechtschreibreform immer noch groß ist. Dennoch ist dies eine abenteuerliche Vorstellung: Da strömen Hunderte von Menschen in die Buchhandlung ihres Vertrauens und verlassen diese kurze Zeit später mit einer Lektüre in der Hand, das sich Themen wie der gefühlten Interpunktion, dem korrekten Gebrauch von Genitiv, Dativ oder der Konjunktiv- und Pluralbildung annimmt. Hilfe, murmeln die einen und fühlen sich mit Sicks Werken in ihre Schulzeit zurückversetzt. Andererseits wurde man als Leser selten unterhaltsamer über guten Stil und Sprachkultur belehrt, ohne dass der Autor dafür in einen oberlehrhaften Tonfall verfallen muss.
Selbstverständlich strotzt das Buch nur so vor zahlreichen Aha-Effekten. Das Wort 'ausgepowert' stammt z.B. aus dem Französischen und besaß ursprünglich eine völlig andere Bedeutung (ausgebeutet, arm). Und es es heißt übrigens tatsächlich Inge und Jürgen haben Post von Mallorca bekommen und nicht wie fälschlicherweise üblich angenommen aus Malle. Außerdem werden Fahrzeuge an der Grenze durchgewinkt und nicht gewunken. Wer gar nicht vor ungeschminkten Tatsachen zurückschrecken mag, kann sich ja dem hinten angehängten Deutschtest unterziehen und auf das schaurig bis erschreckende Ergebnis warten, das die eigene Erwartungshaltung möglicherweise noch um Klassen herunterschraubt.
Fazit: Ein schlaues Sachbuch zum Lernen und Schmunzeln. Definitiv lesenswert, wenn man sich nur ansatzweise für Sprachkultur begeistern kann und der beste Schnellkurs in Deutsch, den man sich überhaupt nur wünschen kann.
Katja Peglow
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