JUSTmag - morgen werden wir erwachsen... StartseiteSucheFreundeTeamNewsletterGästebuch
CocoRosie  (04.06.2007)

Zauberhafte Schwestern.

Band CocoRosie
Ort Kulturkirche (Köln)
Datum 04.06.2007

Es waren einmal zwei wundersame Schwestern namens Sierra und Bianca Casady, die nach ihrer Geburt getrennt wurden und erst wieder — oh welch Schicksal! — Jahre später in der Stadt der Liebe aufeinander trafen und fortan im 18. Bezirk von Paris unter dem Namen CocoRosie Musikgeschichte schrieben, die von Erdgeistern, Kinderprostitution oder Regenbogenkriegern handelt. Der Beginn einer märchenhaften Karriere, die das schräge Duo nicht nur kurioserweise in die aktuellen Werbespots von Kenzo und Escada führte, sondern auch in die ausverkaufte Kölner Kulturkirche. Und in dieses gediegene Ambiente passt der schaurig-schöne CocoRosie-Sound ja auch wesentlich besser.

Schade nur, dass die Bestuhlung in der Kirche, auf Wunsch der Band, weichen musste. Stehen ist angesagt. Dabei ließe es sich im sitzen doch viel andächtiger lauschen! Sei's drum. Das überaus farbenfroh bis avantgardistisch gekleidete Konzertpublikum ist mehr als zufrieden diesem raren Konzertereignis überhaupt beiwohnen zu dürfen und harrt gespannt der Dinge, die da kommen werden, auf dem begrünten Vorhof aus und streichelt vorbeistreunende Hunde oder unterhält sich über das angesagte Ed Banger-Label aus Paris, dieser verhängnisvollen Stadt, in der CocoRosie auch das Haus ihrer Träume aufnahmen.

Während sich diese draußen im Bus noch fachgerecht Schnurrbärte in die Gesichter malen, geben sich drinnen auf der Bühne derweil die queeren Labelkollegen Bunny Rabbit und die französische Human Beatbox Tez die Klinke in die Hand. Vor allem letztgenannter kann mit seiner Kiss-Einlage von Prince mächtig punkten. Dann endlich: der langerwartete und frenetisch bejubelte Auftritt von Bianca (schwarzhaarig) und Sierra (blond — oder war's andersrum?) Casady. Krude Visuals flimmern über die Leinwand, die nicht unbedingt hätten sein müssen, während die beiden wahlweise Flügel, Harfe, Synthesizer und ihrem überaus geliebten Fisherprice-Equipment die seltsamsten Töne entlocken, um diese anschließend in wohlgefallene Songs aufzulösen. Ein kleiner Traum geht in Erfüllung. Für mich und die gefühlten 500 anderen Menschen in der Kirche. Ich fühle mich wie in Trance und trete verzaubert den Heimweg an. „Thank you Deutschland“ haucht Bianca abschließend ins Mikro. Danke CocoRosie — für dieses überaus gelungene Sommermärchen!

Katja Peglow



XML (RSS/RDF)