 The Sound Of Music.
| Band |
Camille |
| Album |
Music Hole |
| Plattenfirma |
Virgin / EMI |
| Bewertung |
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Die Stimme als Instrument. Gerne von findigen Popkritikern reflexhaft aus dem Ärmel gezogene Floskel, sobald der Gesang einmal nicht nullachtfünfzehn oder ein wenig atonal klingt. Auch das dritte Studioalbum der in Paris lebenden stimmgewaltigen Pop-Chanteuse Camille Dalmais wird wieder diese Vergleiche evozieren. Dieses Mal sogar vielleicht bis weit über die Grenzen Frankreichs hinaus, denn — der Albumtitel lässt es bereits vermuten — Music Hole ist das erste, komplett englischsprachige Album der französischen Pop-Künstlerin, die nicht nur stimmlich hoch hinaus will. Denn wie heißt es so schön im furiosen Sechsminüter Money Note: „If Dolly Parton wrote it / And Whitney Houston stole it / If Celine Dion could reach it / I'll hit the money note.“
Schon auf ihrem vortrefflichen Vorgänger Le Fil bewies die ehemalige Nouvelle Vague-Sängerin dass sie über ganz und gar außergewöhnliche Stimmbänder verfügt. Mit viel Experimentierlust und mehr Konsequenz denn je feiert Camille auf dem Nachfolger Music Hole den Reichtum der menschlichen Stimme in all ihren Facetten. Erneut lotet die Vokalkünstlerin (I want to beat Mariah) die Untiefen und Höhen ihrer Stimmbänder bis weit über die Kehlkopfgrenze hinaus aus. Sie kreischt, summt, haucht, beatboxt, flüstert, pfeift und miaut was das Zeug hält. Dies führt dann auch zu solch eigenwilligen Kompositionen wie Cats And Dogs, in dem unter Mitwirkung diverser Body-Percussionisten gleich ein ganzer Kleintierzoo heraufbeschworen wird. Auf herkömmliche Instrumente wird auf Music Hole unter Einsatz des eigenen Körpers (Body Percussions) fast gänzlich verzichtet. Bis auf ein paar eingestreute Pianopassagen (unter anderem von niemand geringerem als Jamie Cullum) bleibt Camille die ganze Zeit über ihr eigener Resonanzkörper. Eine Frau, eine Stimme, ein Mehrspurgerät. Mehr braucht es im hier und jetzt nicht um eines der außergewöhnlichsten Popalben des Jahres zu veröffentlichen. Punkt.
Fazit: Vocal-Pop vom Feinsten. Merci Camille!
Katja Peglow Tourdates
03.06.2008 Berlin (Postbahnhof) 04.06.2008 Hamburg (Fabrik)
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