 Die Formel für Herzlichkeit.
| Band |
Barbara Manning and The Go-Luckys! |
| Album |
Enjoy The Lonely Time |
| Plattenfirma |
Supermodern |
| Bewertung |
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Cool — Clint Eastwood ist cool. Oder dem Polizisten bei der Alkoholkontrolle sagen, man kann nicht pusten, weil man Asthma hat. Barbara Manning ist auch cool. Weil sie rockt. Weil sie ins Mikro brüllt: „This is a song about the sniffeling Jeeeeeeets“. Und als es dann nicht weitergeht, lachend meint: „Can we go again“. Und sie haut noch kräftiger in die Saiten als beim ersten Mal. Oder: „Rules and regulations — who needs them? Open up the bar.“
Souverän — Garfield ist souverän. Weil er weiter Lasagne isst und den ganzen Tag schläft, obwohl in seiner Lieblingspizzeria schon ein Bild von ihm hängt, das ihn vom All-You-Can-Eat-Angebot ausschließt. Olm zum Beispiel ist nicht souverän. Er wäre es gerne. Aber nur weil er sich für keine Peinlichkeit zu schade ist, ist er noch lange nicht souverän. Aber Barbara Manning und the Go-Luckys! sind es. Weil sie singen: „Politicians sit yourself down. There is nothing for you here. Won't you please come to Chicago 'cause you joined the other side“. Oder: „You've seen my shows and now read between the lines“. Was soviel heißt wie: Mach Dir Dein Bild selbst und wenn Du verstehst, bist Du herzlich eingeladen. Wenn nicht, auch gut.
Verletzlich — Rohe Eier sind verletzlich. Alanis Morissette ist es nicht. Die ist nur weinerlich. Aber Barbara Manning ist es. Weil sie singt: „My eyes may never reach you. Our chances dubious. But when I am dreaming I see the two of us“ oder: „Words are useless when they are not heard. Since you are not listening read between the lines.“
Barbara Manning ist nicht Clint Eastwood, Garfield oder rohe Eier. Sie ist alles zusammen. Sie ist cool, weil sie souverän ist und in ihren Texten direkt sagt, was sie sagen will. Und genau deswegen ist sie auch verletzlich. Weil man sie mit den Texten festnageln kann. Und wenn sie singt: „We can chaaaaaaangeee the world — rearraaaaaange the world“ schwingt in ihrer Stimme auch immer das kleine Mädchen mit, das trotzig entschlossen zu dem Nachbarsjungen geht, um sich ihre Puppe wieder zu holen, die er ihr weggenommen hat. We can change the world, damit es solche Nachbarsjungen nicht mehr gibt. Und sie hat Freunde, die ihr helfen: die Go-Luckys!. Das sind die Steinbach-Zwillinge und die freundlichsten Menschen auf der Welt. Bei ihnen ist Barbara Manning gut aufgehoben und die Go-Luckys! sind gut bei Barbara Manning aufgehoben. Und das merkt man bei jeder Note auf Enjoy The Lonely Time. Und ganz besonders, wenn sie alle zusammen lachen und noch mal anfangen mit: „This is a song about the sniffeling Jeeeeets.“
Fazit: Coolness + Souveränität + Verletzlichkeit = Herzlichkeit = Barbara Manning. Und das ist eine wunderbare Mischung. Auf Enjoy The Lonely Time sind nur sechs Lieder drauf. Und keines zu wenig. Wären es mehr, könnte man die gesamte Schönheit, Emotionalität und Energie des Albums wahrscheinlich nicht fassen.
Kerstin Petermann
Kommentare
| FAB schrieb am 01.03.2006 um 02:10 Uhr: |
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YESSS, this little article ROCKS! thanks for having fun with the band! I think Justmag is a truly cool mag! Cheers, f.
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