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Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That’s What I Am Not

Fucking Yes!

Band Arctic Monkeys
Album Whatever People Say I Am, That’s What I Am Not
Plattenfirma Domino
Bewertung 8 von 9 Punkten

In einem Café eines überaus bekannten Radiosenders in Köln stehen vier unscheinbare Jugendliche auf einer nicht vorhandenen Bühne und bedienen ihre Instrumente. Die Menschen sagen, dass sie in den nächsten Monaten die Popwelt retten werden. Die? Ein Sänger, der aussieht wie Conor Oberst mit 15. Ein Gitarrist mit roten Wangen. Ein Schlagzeuger, der mit Akne kämpft. Und ein molliger Bassist, der aussieht, als würde er jeden Tag Playstation spielen und viel zu viel Pizza essen. Die Bande heißt Arctic Monkeys, ist zwischen 18 und 20 Jahre alt, und wenn sie aufgrund von an Lustlosigkeit grenzender Schüchternheit nicht die Popwelt retten, dann schaffen sie es mit ihrem Debüt, das den jugendlich-aufsässigen Namen trägt Whatever People Say I Am, That's What I Am Not. Fast jedenfalls.

Es geht da eine Geschichte um, wie die Arctic Monkeys es geschafft haben, in ausverkauften Klubs zu spielen, ohne auch nur eine Platte herausgebracht zu haben. Sie hat mit dem Internet zu tun und wer sie immer noch nicht kennt, möge sie bitte hier, hier, hier und hier nachlesen.
Vielleicht mal zur Musik: Fucking yes! Die Arctic Monkeys hauen die beste dahingerotzte Platte seit dem Debüt der Libertines raus und das mit so viel Rhythmus, dass Franz Ferdinand endgültig zuhause bleiben können. Der Opener The View From The Afternoon demonstriert, was die Band auszeichnet. Stellenweise laut und geradeaus, stellenweise cool, stellenweise tanzbar und dazu genug Ideen für eine ganze Karriere. Das zieht die Band sechs grandiose Songs lang durch und kommt erst nach dem ruhigen Riot Van kurz ins Stolpern (Red Lights, Mardy Bum), um sich dann wieder selbst herauszureißen. Am Ende steht A Certain Romance und auch das kann der Vierer: sich Zeit lassen, langsam aufbauen, Pop ohne verzerrte Gitarren.

Und ganz nebenbei liefern die Engländer auch noch die Zeilen ab, die man braucht, um sich abzugrenzen, von denen, die man nicht mag: „There's a super cool band yeah / With their trilbys and their glasses of white wine / And all the weekend rockstars in the toilets / Practicing their lines“, singt Alex Turner in Fake Tales Of San Francisco, während er in Still Take You Home einem weiblichen Fashion Victim erliegt: „You sold your soul to the fashion / You're a Topshop princess, a rockstar too / Where's the love and the passion? / You got control of everyone's eyes … Including mine“. Ja, ja, ja, jetzt dürft ihr durchdrehen und zumindest für ein paar Sekunden daran glauben, dass die Arctic Monkeys die Zukunft des Rock'n'Roll sind.

Fazit: Die Arctic Monkeys hauen Musik raus, zu der sie selbst vermutlich vor lauter Steifheit nie in der Disco tanzen würden. Whatever People Say I Am, That's What I Am Not lässt schon jetzt vergessen, dass Pete Doherty vermutlich bald wieder für eine längere Zeit in den Knast wandert.

Sebastian Dalkowski


Kommentare



Tom schrieb am 07.02.2006 um 16:12 Uhr:

ebenfalls.
aaah, so zwiegespalten.
das album drückt nach vorn.
trotzdem…gähn.
wer zum teufel bestimmt eigentlich welche von den 500 bands, die alle gleich klingen, gut sind und welche nicht?


IOWA schrieb am 02.02.2006 um 04:34 Uhr:

Pah, überhypt bis zum geht nicht mehr. Warum ihr auf diesen Zug aufspringt, is mir schleierhaft. Diese Platte is allenfalls Mittelmaß und wir genauso schnell vergessen sein, wie so manch andere Hypeband. Gott sei Dank.


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