 Weiter so!
| Band |
When the music's over |
| Album |
Escape I+II |
| Plattenfirma |
Monkey |
| Bewertung |
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Im Januar 2006 hat JUSTmag die Musik von When the music's over zum Vorstellungsgespräch gebeten. Das Debütalbum der österreichischen Band hatte vor allem eines geschafft: Sie hat uns neugierig gemacht auf das, was da noch kommen würde. Jetzt gibt es den Nachfolger: Escape I+II heißt die aktuelle Platte und die bitten wir jetzt zum Mitarbeitergespräch.
Schwungvoll öffnet sich die Tür, und When the music's over betreten selbstbewusst aber ruhig den Raum. Der Personalchef blickt von seiner Arbeit auf, und glaubt im ersten Moment, dass Interpol hereingekommen sind. Doch dann erkennt er den typischen Sound von Hannes Duscher & Co. „Allzu sehr verändert habt ihr euch wohl nicht“, will er gerade sagen, als plötzlich ein keckes Bassriff eine Runde durch das Zimmer tanzt und dann eine kurze disco-eske Passage die Gitarren ablöst. „Ihr habt wohl einiges dazugelernt“, sagt er also stattdessen und die Band erzählt von neuen Soundgefielden, die sie betreten hat. Elektronische Beats (I won't), jazzige Grooves und Folk-Anklänge (Silence) beweisen, dass diese Musik in der Lage ist, Anregungen von Kollegen aufzunehmen. Der wohl wichtigste Einfluss war mit Sicherheit Wolfgang Schlögl, ein langjähriger Mitarbeiter in Österreichs Musikszene, der unter anderem in den Abteilungen I-Wolf und Sofa Surfers beschäftigt ist und auf Escape I+II sowohl eine Beraterrolle angenommen als auch viel Eigeninitiative eingebracht hat.
Diese Form von Teamwork ist beim Chef natürlich gerne gesehen. „Und wie ist es mit den anderen Kollegen, kommen die mit eurer manchmal sehr, ähm, direkten Art klar?“, fragt er. WTMO nehmen diese Bemerkung als Kompliment, denn der geradlinige, ein bisschen raue Rock ist nach wie vor einer ihrer charakteristischen Wesenszüge (Crankin' Up, Run). Doch dann beantworten sie die Frage mit einem klaren „Ja“, denn auch weichere Seiten kommen inzwischen zum Vorschein, und Songs wie „All the things“ könnte man im positiven Sinn umgänglich und eingängig nennen, mehr Pop als alle anderen Stücke, und damit werden sich sicher sehr viele unterschiedliche Menschen identifizieren können.
Mehr Experimentierfreude hatte der Personalchef beim Debüt von WTMO gefordert und er ist erfreut, dass genau dies nun zu hören ist: Die Songstrukturen sind unkonventioneller geworden (Escape (with me), End of conversation), und das Klangspektrum vielseitiger, ohne dabei beliebig zu wirken. Diese Band ist sich treu geblieben und strebt doch nach neuen Erfahrungen und sowas macht sich bezahlt. „Eine Gehaltserhöhung ist auf jeden Fall drin für euch“, meint der Chef, und setzt dann nach: „Aber ruht euch nicht auf den Lorbeeren aus — nach eurer wirklich guten Studioleistung erwarte ich jetzt vor allem viel Engagement bei Außenaufträgen. Also live spielen, was geht, Freunde!“
Zum Ende des Gesprächs (End of conversation) dann wieder das gleiche charmante Lächeln wie einst. Das alte Klavier durfte auch auf dieser Platte den Schluss gestalten. Vielleicht hat es beim nächsten Mal eine präsentere Rolle? Wobei, da waren doch so viele neue kleine Soundgesichter, die kurz hervorblitzten, alles konnte man sich da gar nicht merken. Gut, dass ich mitgeschnitten habe, denkt der Personalchef, drückt auf Play und taucht nochmal ein in Escape I+II.
Fazit: WTMO haben sich stark weiterentwickelt. Hier ist eine Band auf dem Weg dazu, eine Referenzgröße in der österreichischen Musiklandschaft zu werden.
Katharina Litschauer
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