 Do you realize — that it's summertime.
| Festival |
Haldern Festival |
| Ort |
Rees-Haldern |
| Datum |
07.08.2008 - 09.08.2008 |
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Luftballons fliegen durch die Luft, Konfetti hinterher. Ein Clown im schrillen Outfit singt und windet sich in Papierschlangen. Das Publikum windet sich in Glückseligkeit. Es sieht erst wie ein Kindergeburtstag aus, ist dann aber doch Rock'n'Roll. Es ist Wayne Coyne und es sind die Flaming Lips. Als Wayne Coyne auf den Lautsprechern balanciert, fangen die ersten Reihen des Publikums an, die Bühne zu entern. Bei „Do you realize“ gibt es kein Halten mehr und auch die mittleren und hinteren Reihen drängen auf die Bühne. Mittlerweile hangelt sich Wayne Coyne an den Scheinwerfern entlang über die Massen hinweg und besingt die Sonne, die die Erde umkreist.
So oder so ähnlich wird der erste Abend des Haldern Festivals zu Ende gehen und mit ihm das erste Highlight der drei Tage. Zu selten sind die Master der Bühnenparty — die Flaming Lips hier in Deutschland zu sehen, als dass man sie verpassen dürfte. Zu viele musikalische Schmankerl kommen aber auch an den anderen beiden Tagen, als dass man Donnerstag Abend das Haldern Festival schon wieder verlassen dürfte.
Am Freitag werden sich Mädchen in einen schrägen Typen verlieben, der ihnen von Fahrten auf dem Beifahrersitz und in der Straßenbahn singt. Er heißt Gisbert zu Knyphausen. Er wird nicht mit Konfetti werfen. Seine Show ist sein (Schnauz)bart — und seine Stimme.
Wer um die selbe Zeit lieber auf Kate Nash wartet und dafür schon frühzeitig vor der Bühne sein möchte, wird erstaunt sein zu sehen, dass es Kula Shakernoch gibt. Den Platz des Headliners müssen sie aber für die Editors räumen. Nicht ganz zu unrecht, denn die werden eine Shau sein und allein für diese großen Briten lohnt sich der Weg nach Haldern.
Wer denkt, dass er danach wieder heimfahren kann, wird den Glamour und den grandiosen Pathos von Okkerville River verpassen. Unverzeihlich, vor allem für jene, denen Divine Comedy zu rockig sind und es lieber pompöser mögen. Unverzeihlich auch, wer ein Kleinod verpasst, das hier noch viel zu unentdeckt ist: The National. Da werden Lieder auf der Gitarre gezupft werden, die sagen: „Bleib noch und geh noch nicht ins Zelt. Das Feierabend-Bier kann noch warten.“ Menschen, die bei The National eigentlich nur auf Maximo Park warten wollten, werden sich nach den letzten Akkorden in den Armen liegen und dann glückselig ins Zelt wanken und Maximo-Wer? vergessen haben.
So, als kleiner Vorgeschmack auf das Haldern-Festival diese Perlen des Programms.
Kerstin Petermann
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