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The Television Personalities - My Dark Places

Kaiserschnitt.

Band The Television Personalities
Album My Dark Places
Plattenfirma Domino/Rough Trade
Bewertung 6 von 9 Punkten

Die Vorbereitung auf eine Besprechung dieser Platte glich wahrlich einer schweren Geburt. Wochenlang schlummerte das Muster im Rucksack des Rezensenten und wollte ihm einfach nicht passen. Jeder Versuch sich dieser Platte zu nähern, endete mit dem gequälten Blick, ganz viel Rumgeskippe und kurze Zeit später liefen wieder die Flaming Lips, Arab Strap und all so Sachen, die sich sonst in seinem veralteten Discman heimisch fühlen. Dabei war die Vorfreude auf dieses Album doch recht groß. Große Legenden um eine Band, die seit 1977 die Rockgeschichte prägt, Songs wie Games For Boys und Sad Mona Lisa im Hinterkopf und ein Promohandzettel, der ganz viel verspricht, machten schon neugierig auf das erste richtige Studioalbum der Briten seit zwölf Jahren.

Doch ganz so einfach machen es einem die Television Personalities nicht. Zu viel Verwirrendes kommt da auf einen zu. Das Album strotzt nur so vor Wendungen, Spoken Word-Passagen, Rock und allen nur erdenklichen Instrumenten. Dabei ist die Musik, die uns hier vorliegt, vom ersten Moment an so schlicht, roh und zerbrechlich, wie man es sich nur denken kann. Parallel dazu verzichten die Texte auf große Metaphern und nennen die Dinge beim Namen. Ein paradoxes Stück Musik.

Überraschenderweise tauchen die kleinen Stücke nach einigen Durchgängen hin und wieder im Alltag auf, nisten sich dort ein und der Charme dieser Platte kommt tatsächlich beim Rezipienten durch. Vieles ergibt Sinn und man findet Gefallen an der swingenden Velvet Underground-Hommage, dem Titeltrack mit dem Bruder Jakob-Thema, dem lähmenden Knock It All Down, dem persönlichen Favorit I'm Not Your Typical Boy und schließlich der rührenden Ballade There´s No Beautiful Way To Say Goodbye. Auf der anderen Seite bleibt vieles auch nach Wochen unerkundet und fremdartig. Doch auch dies ändert sich ja vielleicht noch demnächst. Der bisherigen Entwicklung zufolge glaubt man inzwischen alles und hört einfach weiter.

Fazit: Eine musikalische Geisterfahrt, bei der man zahlreiche besondere Momente erleben kann. Man muss nur gut genug hinhören.

Sebastian Jegorow



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