 God Gave Rock'n'Roll To You.
| Band |
Priestess |
| Album |
Hello Master |
| Plattenfirma |
Red Ink. |
| Bewertung |
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Von Kanada wurde im popkulturellen Kontext in den letzten eineinhalb Jahren genug gesprochen. Nervig ist das Ganze inzwischen geworden. Schrill, schräg, innovativ sind sie doch alle. Hier endlich eine Ausnahme. Bodenständig, aggressiv, stumpf in die Offensive treibend und verdammt Retro.
Priestess fangen die Platte so an, als hätten sie nur die ersten drei Minuten Zeit, um den Hörer von sich zu überzeugen. Bei I Am The Right, Colour Me Black haben die vier langhaarigen (surprise!) Musiker all die Riffs, die im Laufe der vergangenen zehn Jahre verloren gegangen sind, aufgesammelt und zu einer verflucht flotten Rocknummer zusammengeflickt. Black Sabbath, die Queens Of The Stone Age (insbesondere beim Song Blood), Kiss oder aktuell die Eagles Of Death Metal. Irgendwo dazwischen positionieren sich Priestess immer wieder, posen rum und rotzen verbissen ein Stück Rock nach dem anderen durch die Boxen. Dass die Platte mit der Zeit etwas an Frische und nach dem gigantischen Opener an Tempo und Wucht verliert, fällt dank der Spielfreude nur bei No Real Pain negativ auf.
Wie der gute Sex oder die befreiende Trennung nach einem endlosen Gefühlsgesülze, die die ganze Herzscheiße als reinen Fortpflanzungstrieb entblößt, erinnert die Platte an den wundervollen Film Closer mit Jude Law, der wie wir dank der Vanity Fair ein Playboy ist (danke Vanity Fair) und der ausnahmensweise mal erträglichen Julia Roberts. Wer meint, dass der Vergleich hinkt, sollte einen Blick in´s Booklet wagen. Hier gibt es nämlich Textzeilen, die man sich zwar nicht an irgendwelche Körperstellen tätowieren, jedoch zumindest merken möchte. Zeilen wie „Make no mistake, the hearts you break grow strong“ werden da gebrüllt/gesungen. Das hätte man beim Hören der Songs wohl nicht gedacht.
Fazit: Balls Out! Nicht weltbewegend, jedoch höchst unterhaltsam.
Sebastian Jegorow
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