 Read Music.
| Autor |
Diedrich Diederichsen |
| Titel |
Musikzimmer |
| Verlag |
KiWi |
| Seiten |
239 |
| Bewertung |
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Musikzimmer existieren, im traditionellen sowie im klassischen Sinne, heutzutage natürlich gar nicht mehr. Heute heißt das Musikzimmer schlichtweg „heimische Stereoanlage“ oder „Disko“. Diedrich Diederichsen hat sein neuestes Buch trotzdem genau so genannt, wobei sein neuestes Werk streng genommen nichts mehr als literarische Zweitverwertung ist, von dem sehr empfehlenswerten Vorwort einmal abgesehen. Schließlich besteht Diederichsens Musikzimmer aus 62 Kolumnen, die zwischen 2000 bis 2004 für die Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel geschrieben wurden und jetzt dem interessierten Leser gebündelt vorliegen.
Hier staut sich auf 239 Seiten geballtes Musikwissen über ein Genre, das laut Verfasser so nicht mehr in der Pop-Presse stattfinden kann: Avantgarde („Über Avantgarde kann man jedenfalls nicht mehr in Pop-Zeitschriften schreiben. Das ist nämlich Kunst, und Kunst geht alle an.“) Dementsprechend breit gefächert ist das Geschmacksspektrum des Autoren, der sich sowohl für Tiergeräusch-CDs (Hunde!) als auch für Duke Ellington in gleichen Maßen begeistern kann.
In seinem Musikzimmer bietet Diederichsen vielen (nicht allen) Künstlern ein Zuhause, die heutzutage nur am Rande des Feuilletons wahrgenommen werden. Zwischen Avantgarde und Alltag tummeln sich hier Air, Anton Webern, Lil' Kim, Eminem, Pink Floyd, Miss Kittin, Fehlfarben, Niobe, Ernst Busch, Sun Ra oder der Wu-Tang Clan.
Fazit: Informativ, nerdig, amüsant, gehaltvoll, kurzum: durchaus lesenswert. Schade nur, dass die 62 Kolumnen nicht gänzlich an die tolle vielversprechende Einleitung anknüpfen können. Für Plattenfreaks und solche, die es gerne wären.
Katja Peglow
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