 Un.Stopp.Able.
| Band |
65daysofstatic |
| Album |
Escape From New York |
| Plattenfirma |
Monotreme Records / Cargo |
| Bewertung |
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Samples aus Kinofilmen in Lieder einzuarbeiten ist eine Sache. Das gut zu machen eine andere. 65daysofstatic beherrschen diese Kunst. Nach dem flirrenden Intro von Retreat! Retreat! spricht Matt Dillon aus dem 92er Film Singles diesen Satz: „This negative energy just makes me stronger, we will not retreat“. Pause. „THIS BAND IS UNSTOPPABLE!“ Was in anderen Händen wie der müde Versuch geklungen hätte, mit fremden Federn zu protzen, bestätigt hier das Inferno, das im nächsten Moment hereinbricht.
Ihr Debüt The Fall Of Math erweiterte nicht zaghaft die Grenzen des Genres, sondern katapultierte es in eine vollkommen andere Sphäre. Wesentlicher Bestandteil dabei war ein Rhythmus, der irgendwann einmal entfernt an einen Breakbeat erinnerte, bevor er im Laptop zerstückelt wurde und dann in doppelter Geschwindigkeit aus dem Laptop jagte. Die Band jagte. Und die Band nahm die Herausforderung an und trieb sich und ihre Musik bis ans Äußerste. Man könnte eine Menge Metaphern finden für das, was die Briten spielen, Metaphern, die aber nicht annähernd wiedergeben könnten, warum sie wie ein explodiertes Sonnensystem klingen, dessen Bruchstücke in Lichtgeschwindigkeit mit anderen Himmelskörpern kollidieren.
Gleichzeitig komplex bis in den letzten Taktwechsel, verstörend mit unerwarteten Brüchen und doch immer das große Ganze im Blick. Denn üblicherweise braucht Postrock lange, bis er zum erlösenden Ausbruch kommt. 65daysofstatic komprimieren die besten Momente des Genres und reihen so Höhepunkt an Höhepunkt. Anders gesagt: Live From New York ist in Musik gegossene Euphorie.
Weitere 50% dieses 65daysofstatic-Universum macht die beigelegte DVD aus. Die dokumentiert die letztjährige Tour. Mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln zeigt Caspar Newbolt Konzeraufnahmen von kleineren Bühnen, kombiniert diese mit kurzen Interviewpassagen, die viel über die Band und ihre Herangehensweise an Musik erzählen. Jedes der zehn Lieder stellt er unter ein visuelles Thema, schneidet Wetterleuchten zwischen die Bühnenbilder und verdoppelt im furiosen Finale Radio Protector den exzessiven Einsatz von Störungen und Artefakten.
Fazit: So körperlich wurde Postrock noch nie gespielt. Mehr als die Bilanz des bisherigen Schaffens, wäre es ein nicht verzeihbares Versäumnis, auf dieses Livealbum zu verzichten.
Stefan Petermann Tourdates
04.05.2009: Köln — Luxor 05.05.2009: Berlin — Magnet Club 06.05.2009: Hamburg — Headcrash
Kommentare
| rust schrieb am 23.04.2009 um 16:24 Uhr: |
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Fall of Math war super. Bin gespannt.
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