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Raindrops Keep Falling…

Raindrops Keep Falling…

Regen in England hat viele Gesichter.

Aus der Serie Under A Beautiful Oxford Sky:

„And which will it be?“ Mrs. Swithin continued. „Wet or fine?“ […] Every year they said, would it be wet or fine; and every year it was — one or the other. Wie viele Abstufungen von Regen gibt es eigentlich. Und warum? Und wieso redet man immer übers Wetter?

Abstufungen an Regen gibt es etliche. Eine einfache Einteilung in zwei Alternativen wäre eine grobschlechte Geringschätzung des Wettergottes. Es kann leicht nieseln, kaum regnen, eher neblig sein, das ist Kategorie eins. Hierfür wird kein Schirm gezückt. Sommerliche Kleidung ist bei dieser Wetterlage angebracht. Es kann aber auch stärker regnen, Regen mit leichten Graupelkörnern durchzogen geben, leicht schneien bei blauem Himmel — das dauert dann etwa zwei Minuten. Sofern eine Kapuze vorhanden ist, ist es akzeptabel, wenn auch nicht zwingend notwendig, diese aufzusetzen. Manche Zeitgenossen tragen noch Sandalen, Flipflops sind eh bei jeder Wetterlage in Ordnung. Drittens: Dauerregen, wolkenverhangener Himmel, grau, keine Sonne in Sicht. Man bemerkt lediglich, dass es Tag ist, weil man den Regen auch sehen kann. Nachts kann man ihn ja nur hören. Sandalen, ach, ihr wisst schon.
Weiter will ich gar nicht ins Detail gehen, die Skala ließe sich mühelos erweitern. Regen oder kein Regen, das scheint also durchaus nicht die Frage. Schwarzweißmalerei, das ist doch was für meteorologische Tiefflieger. Die Alternative ist keine Alternative, sondern eine kaum voneinander abgrenzbare Vielheit an Variationen. Regen oder kein Regen, pah.

Seit einer Woche regnet es ohne Unterbrechung. Der Regen fällt und fällt und fällt. Am Tag sichtbar durch das fade Leuchten, das die dicken Wolkenberge durchfährt, er scheint kein Ende zu nehmen. Fäden scheinen an den Wolken festgepinnt und bis auf die Erde herabzureichen. Nur an den anschwellenden Wassermassen am Straßenrand bemerkt man das stete Zunehmen. Nachts plätschert es weiter. Plätschert einen in den Schlaf. Morgens wird man vielleicht auch von einem stärkeren Schauer geweckt. Das ist aber unwahrscheinlich. Man ist ja schon so an das Geräusch gewöhnt. Keine Alternative, seit ein paar Tagen.
Herrlich war das noch vor ein paar Tagen. Das Wetter spielte verrückt. Erst Sonne, dann Schnee, dann Regen, dann wieder Sonne, bis es eben dunkel wurde. Dann kann ja passieren, was eben will. Mein Nachbar brachte mir die nette Weisheit bei, dass Großbritannien der einzige Ort auf der Welt sei, an dem es an einem einzigen Tag alle Jahreszeiten gäbe. Ich stimmte in sein Lachen ein. Toll, nicht nur jeden Tag etwas Neues, sondern eigentlich jede Stunde.

Und wenn ich dann nach Hause telefoniert habe, immer eine Geschichte wert. Bei euch wieder Neuschnee. Ach, hier so Sonne, Regen und Schnee heute. Was echt? Ja, irre, oder? Diese Tage sind vorbei. Regen. Wie gestern, wie vorgestern, wie vorvorgestern. Aber man redet ja doch drüber, am Telefon. Worüber auch sonst reden. Und wendet den Blick gen Himmel. Am Wochenende kommt meine Familie zu Besuch und es wäre doch schön, wenn die Sonne wenigstens ein bisschen schiene. Was machen wir denn sonst die ganze Zeit? In meinem Programm gibt es kaum Alternativen.

Pascal Schillings



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