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Benjamin Lebert - Der Vogel ist ein Rabe

Das Mysterium Mädchen.

Autor Benjamin Lebert
Titel Der Vogel ist ein Rabe
Verlag KiWi
Seiten 128
Bewertung 7 von 9 Punkten

So wie man Der Fänger im Roggen am besten im Winter bei Schnee liest, so sollte man Der Vogel ist ein Rabe, wenn möglich, während einer Zugfahrt lesen — das ist (ein bisschen) cool und sorgt nebenbei noch für eine optimale Identifikationsbereitschaft zu den Hauptpersonen dieses Buches. Die Handlung der Geschichte findet nämlich während der Zugstrecke München-Berlin statt, auf der sich die beiden etwa 20-jährigen Paul und Henry, die sich vorher nie gesehen haben, kennen lernen. Paul hört sich die Lebensgeschichte Henrys an, der im Gegensatz zu ihm noch nie in Berlin gewesen war.

Henry erzählt von der fatalen Dreiergeschichte zwischen ihm, dem übergewichtigen Jens und der von beiden verehrten Christine, seinem Unvermögen, Kontrolle über sein Ausscheidungsorgan zu erlangen, und von all seinen gescheiterten Liebesbeziehungen, während sich Paul (schlaflos Henrys Äußerungen lauschend) mit Kommentaren und eigenen Erfahrungen seinerseits zurückhält. Beide verbindet ein komplettes Unverständnis Mädchen gegenüber, die Angst zurückgewiesen zu werden und auch die scheinbare Unlogik der Handlungen dieser Mädchen sind den beiden Jungen gemeinsam. Sie versuchen zwar verzweifelt dieses Mysterium aufzulösen, scheitern aber immer wieder daran.

Benjamin Leberts erstes Buch nach Crazy ist wieder sehr dialoglastig, aber gerade die Zwiegespräche sind die große Stärke des Buches, da sie sehr überzeugend und sensibel wirken. Auch die beiden Charaktere wirken sympathisch, aber auch Mitleid erregend, denn sie scheitern zwar ständig, behalten immer irgendwie ihre Würde, trotzdem spricht aus ihnen eine große Verzweiflung am Leben. Was positiv auffällt ist außerdem Leberts Fähigkeit, wenige Worte für komplizierte Begebenheiten zu benutzen, was sich darin zeigt, dass die Seitenzahl des Buches geringer ausfällt, als man erwarten würde, d.h.: Er redet nie um den heißen Brei herum. Allerdings nerven manchmal die laienhaften Psychologisierungsversuche der beiden Hauptcharaktere im Bezug auf die Psyche der Mädchen oder plötzlich auftauchende Kindergartenlyrik, welche das Gesamtbild ein wenig trüben.

Fazit: Crazy war Vergangenheitsbewältigung, Der Vogel ist ein Rabe ist düstere Realität und der richtige Schritt zu einer endgültigen schriftstellerischen Identität Benjamin Leberts. Ein 2-Stunden-Buch, das sichtliche Spuren hinterlässt.

Annemarie Jansen


Kommentare



Karina Avramidis schrieb am 18.09.2008 um 16:56 Uhr:

das buch ist echt geil und wirklich sehr interessant.der benjamin hat sich da mal eine richtige gut geschichte ausgedacht,obwohl das buch crazy war auch voll *lol*


Christina schrieb am 18.09.2008 um 16:52 Uhr:

ich finde das buch voll lustig,interessant und cool.ich zumindest könnte dieses buch anbieten!!


claudia schrieb am 02.06.2005 um 17:47 Uhr:

Also ich finde das Buch auch sehr interessant. Ein paar mal war ich verwirrt über die außerordentliche Erzählweise (die „Vergangenheitsfetzen“ zwischendurch), aber dann hatte ich es heraus.
Der letzte Satz oder die ganze letzte Seite ist einfach unglaublich gelungen und ich war echt überrascht und geschockt zugleich! Der 2.Roman von Benjamin Lebert steht dem genialen ersten um nichts nach, trotz des völlig unterschiedlichen Inhaltes! Empfehlenswert! Ich selbst werde es sicher noch oft in die Hand nehmen!!


nochmal die nina schrieb am 01.06.2005 um 19:00 Uhr:

ich mein der letzte satz…
die, die das buch gelsen haben, denke mal, wissen was ich meine.


nina schrieb am 01.06.2005 um 18:59 Uhr:

ich finde beide bücher einfach klasse. der vogel ist ein rabe ist ein interessantes buch, vorallem der letzte satz hats in sich. als ich das buch gelesen habe, hätt ich so was nicht vermutet…


Julia schrieb am 22.05.2005 um 19:12 Uhr:

Es ist ein Buch, dass einen sehr bewegt. Es macht nachdenklich und irgendwie traurig, da es einen sehr an die eigenen Probleme erinnert. Diese Sinnlosigkeit von allem und diese schreckliche Einsamkeit mit der man sich rumplagen muss. Er schafft es die Probleme, die jeder mit sich rumschleppt auf einen Punktzu bringen. Sehr lesenswert.


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